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Ärgernis "Lehrerwechsel"

Oberschledorn, 12.02.2012 02:15 Uhr

Fünf Klas­sen­leiter inner­halb von vier Schul­jahren, dazu der letzte Lehr­er­wechsel kurz vor der Zeug­nis­aus­ga­be - die Kinder und Eltern an der Konrad-Martin-Schule in Ober­sch­le­dorn sind verär­gert. Ihr Zorn richtet sich vor allem gegen die handelnden Personen und die Art und Weise, wie mit ihnen umge­gangen wurde. Schulamt und Rektor wiederum beteuern, dass ihnen die Hände gebunden waren. Eine Bestands­auf­nahme.

Die grundsätzliche Problematik besteht in der Tatsache, dass die besagte Klassenlehrerin lediglich einen zeitlich befristeten Vertrag unterzeichnet hatte und als Vertretungskraft (Elternzeitvertretung) angestellt war. Zudem galt dieser Vertrag eigentlich für eine Stelle an der Grundschule in Bödefeld, erst im Zuge einer sogenannten "Abordnung" kam die Lehrerin aushilfsweise nach Oberschledorn und wurde dort zur Klassenlehrerin. Da die Elternzeit der von ihr vertretenen Lehrerin nun endet und diese in den Schuldienst zurückkehrt, "war eine Verlängerung des bestehenden Vertrages von Frau ... (Name der Redaktion bekannt) nicht mehr möglich", heißt es in einer Stellungnahme des HSK.

"Wir wussten, dass es sich hier um einen befristeten Vertrag handelte und zweifeln das rein rechtlich auch gar nicht an. Allerdings hätten wir erwartet, dass man etwas sensibler mit dem Thema und unserem Anliegen umgeht - auch im Sinne der Kinder", erklärt Alexandra Butterwegge, Geschäftsführerin des Fördervereins der Konrad-Martin-Schule im Gespräch mit dem SauerlandKurier.

Elternabend einberufen

Die anfängliche Wut, die bei den Eltern vorhanden war und unter anderem zu einem eigens von Elternvertreterin Stefanie Pradel einberufenen Elternabend führte, ist mittlerweile der Resignation und einer gewissen Einsicht gewichen. "An der Situation wird sich nichts mehr ändern", weiß Alexandra Butterwegge.

Glücklich sind die Eltern mit dem Status Quo dennoch nicht. Es ist bereits das fünfte Mal innerhalb von vier Jahren, dass die Schüler einen neuen Klassenlehrer bekommen. Einen Fixpunkt, der gerade für Kinder in diesem Alter enorm wichtig wäre, sucht man so vergeblich. Dabei seien Grundschullehrer doch mittlerweile weitaus mehr als nur Lehrpersonen, sie seien "Wertevermittler und Vorbilder" heißt es in einem Schreiben der Eltern an das Schulamt. Bereits im Oktober 2011 hatten sie sich mit einem Brief an das Schulamt gewandt, um die abzusehende Problematik darzustellen, daraufhin allerdings keine Antwort erhalten. Auch das führte zu verständlicher Frustration.

Mittlerweile haben sich aber alle Seiten angenähert. Schulleiter Hans-Walter Schneider, der sich dem Vorwurf gegenüber sah, sich nicht ausreichend um die Vertragsverlängerung der Klassenlehrerin bemüht zu haben, garantiert gegenüber unserer Zeitung die Sicherstellung einer "optimalen Versorgung" für die Schüler. Der volle Stundenplan (27 Wochenstunden) könne eingehalten werden. Zudem sei die neue Klassenlehrerin den Schülern vertraut. Er bedauert die Situation, stellt aber klar: "Wir können das nicht selbstständig entscheiden sondern bekommen das Personal vom Schulamt zugewiesen". Auch hier erklärt man erneut, dass keine Handlungsmöglichkeit bestanden habe, da die Schule mit 124 Prozent Personalausstattungsquote mehr als ausreichend besetzt sei. Immerhin: am Freitag erreichte Alexandra Butterwege ein Brief, in dem das Schulamt sein Verständnis für den Ärger der Eltern zum Ausdruck brachte.

Während sich in Oberschledorn die Situation allmählich entspannt, stehen andernorts Eltern vor dem gleichen Problem: denn befristete Verträge sind für Grundschullehrer keine Seltenheit.

 


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