
Grevenbrück, 01.09.2010 02:00 Uhr
Ein verhältnismäßig "junges" Exponat stellt das Museum der Stadt Lennestadt im September als "Exponat des Monats" vor. Es handelt sich um einen Filmprojektor "Agfa Movector Super 16". Dieser Projektor wurde hergestellt von "Agfa".
Bei dem vorgestellten Projektor handelt es sich um einen 16 Millimeter-Kofferprojektor von Agfa. Es ist neben dem Projektor, Baujahr 1935, ein Zubehörkoffer mit Ersatzteilen, Werkzeug und Leerspulen vorhanden. Agfa brachte den "Movector Super 16" mit einer 375 Watt-Lampe und einem Lucellar-Objektiv auf den Markt.
Dieser "Super 16" war einer der leistungsfähigsten 16 Millimeter-Projektoren auf dem Weltmarkt. Er wurde im Agfa-Hauptkatalog von 1938 für 612 Reichsmark angeboten. Verwendung fand er neben dem Heimkino vor allem im Bereich der Schulen und Vereine. Bei der Konstruktion stand Agfa eine jahrelange Erfahrung im Bau vieler Tausender von Schmalfilmapparaten zur Verfügung. Dieser dann pünktlich zur Olympiade in Berlin 1935 herausgebrachte "Movector Super 16" war zunächst noch ohne Ton. Das Besondere an dieser "Super 16" waren die hohe Stabilität und die Widerstandsfähigkeit gegen alle äußeren Einflüsse durch ein geschlossenes, kräftiges Gussgehäuse.
Der Projektor besaß auch größte Freizügigkeit beim Anschluss des Gerätes an die Netzspannung, die den Anschluss an jede Gleich- oder Wechselspannung von 100 bis 250 Volt gestattete. Jürgen Branscheidt, Grevenbrück, von dem das Museum diesen Projektor erhielt, hat die Geschichte dieses Gerätes recherchiert. "Im Jahre 1938", so sagt er, "wurde in Meggen eine Zweigstelle der Bergmännischen Berufsschule Siegen eingerichtet. Sicherlich wurde der Projektor für diese Schule angeschafft. Nach Auflösung der Bergmännischen Berufsschule verblieb das Gerät in der früheren Lehrwerkstatt des Unternehmens und wurde dann in das spätere Ausbildungszentrum (ABZ) Hundem-Lenne eingebracht. Nach Schließung des ABZ im Jahre 1995 sollte das Gerät entsorgt werden".
Jürgen Branscheidt fand es aber zu schade, dass dieses Gerät, mit dem er viele Jugendliche als Ausbilder des ABZ unterrichtet hatte, in den Müll kam. Nach Rücksprache mit der Leitung des ABZ übergab er das Gerät schließlich dem Museum der Stadt Lennestadt. Zu sehen ist dieses Exponat im Museum der Stadt Lennestadt erstmals am Sonntag, 5. September, von 14-17 Uhr. An Werktagen ist das Museum dienstags von 9-12 und 14-16 Uhr und donnerstags von 9-12 und 14 -18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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