
Olsberg, 07.03.2010 01:30 Uhr
Vor vielen Jahrhunderten haben die Menschen aus Olsberg hier hart gearbeitet, um Metalle zu fördern und so ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Heute ist der "Alte Stollen" am Eisenberg bei Olsberg fast vergessen. Ein Projekt im Rahmen des Leader-Prozesses soll nun die Voraussetzungen schaffen, dieses Zeugnis heimischer Wirtschafts-und Sozialgeschichte aus dem Dunkel der Geschichte zu holen.
Der Ausschuss Bildung, Sport, Freizeit hat jetzt die Mittel bereitgestellt, um den historischen Stollen frei zu legen sowie wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Die Initiative zu diesem Projekt geht vom Olsberger Heimatbund aus, der auch den Projektantrag an den Leader-Verein Hochsauerland stellt.
Doch nicht nur im heimischen Raum ist man auf den "Alten Stollen" aufmerksam geworden: Wegen der geschichtlich herausragenden Stellung hat sich auch das Deutsche Bergbaumuseum Bochum bereit erklärt, die archäologischen Untersuchungen durchzuführen und finanziell zu unterstützen. Mitarbeiter des Westfälischen Amtes für Bodendenkmalpflege sowie des Deutschen Bergbaumuseums haben den Bereich bereits unter die Lupe genommen. Ausdrücklich weisen die Wissenschaftler dabei auf die besondere montangeschichtliche Bedeutung des Areals hin. Die Experten gehen davon aus, dass der Alte Stollen aus dem spätmittelalterlichen Bergbau im 13. und 14. Jahrhundert stammt — oder sogar aus einer noch früheren Epoche. Nach Einschätzung des Bergbaumuseums könnten bei den Arbeiten möglicherweise Gebäudereste sowie der Aufbau des Schachtes frei gelegt werden.
Insgesamt, so die Wissenschaftler, handelt es sich um "ein kleines, aber sehr aussagekräftiges Ensemble aus Halde, Stollenmundloch und Schacht-Pingenfeld, das erstmals Aufschlüsse über die Anfänge des Sauerländer Eisenbergbaus im Mittelalter geben würde." Schon im Frühjahr könnten somit die Arbeiten am "Alten Stollen" starten.
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