
Herdorf, 26.05.2010 01:30 Uhr
Die Altkleider-und Altschuhesammler für gewerbliche Zwecke haben keinen guten Ruf. Sie stehen? ob berechtigt oder auch nicht? im Verdacht, mit den Altkleidern auch gleich Hunde und Katzen mit "einzusammeln", die dann auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Das hat in der Vergangenheit schon Polizei und Ordnungsämter auf den Plan gerufen. In diesen Tagen wurden nun am Glockenfeld in Herdorf wieder die bekannten grauen Körbe ausgegeben.
Im Inneren klebt ein Zettel, der auf den gewerblichen Aspekt der Sammlung von Altkleidern und Altschuhen aufmerksam macht. Als Adresse des Sammelbüros ist angegeben eine Firma Ines, Kommenscheider Straße 76 in 52358 Niedeggen. Andreas Paul aus Herdorf und seine Lebensgefährtin sind Katzenliebhaber und Katzenfreunde und halten etliche "Stubentiger". Er ist der Sache nachgegangen und hat sich im Internet schlau gemacht. Dabei stieß er auf eine Anzahl Einträge, wo der Zusammenhang zwischen Altkleidersammlungen und dem Verschwinden von Haustieren beschrieben wird.
Über diese Einträge informierte er etliche Anlieger des Glockenfeldes ? mit dem Ergebnis, dass die ausgegebenen Körbe allesamt auf einen Haufen an der Ecke Friedrichstraße und Glockenfeld geworfen wurden, natürlich leer und zum Abholen bereit.
Auf den möglichen Zusammenhang zwischen Altkleideraktionen und dem Verschwinden von Hunden und Katzen, machen auch das Tierheim Itzehohe und der Deutsche Tierschutzbund aufmerksam. Die Organisationen in ihrem Rundbrief: "Immer wieder wird berichtet, dass Haustiere im gleichen Zeitraum von Altkleidersammlungen, Sperrmüll oder Schrottsammlungen verschwinden. Dabei werden Katzen oft mit Duftstoffen angelockt, dagegen haben auch kastrierte Katzen keine Chance, unangeleinte und umherstreunende Hunde verschwinden. Die Felle werden dann unter anderem zu Rheumafellen, Plüschtieren oder Pelzbesatz verarbeitet. Fantasienamen täuschen den Verbraucher. Hundefelle werden als Gaewolf, Wolf von Asien, Asiatischer Waschbär oder Corsac Fox gehandelt. Für Katzenfelle verwendet werden Begriffe wie Lipi, Genotte, mountain cat, wild cat, Lammleder und mountain goat skin."
Die Institutionen raten: "Lassen Sie Ihre Katze nachts nicht raus, achten Sie auf Fremde, unbekannte Fahrzeuge oder unscheinbare Transporter in Ihrer Umgebung. Achten Sie auf Körbe oder Wurfsendungen, welche Sammlungen ankündigen". Die Institutionen machen aber auch darauf aufmerksam, dass längst nicht alle Altmaterialiensammler auch Tierfänger sind: "Die Mehrheit handelt seriös, besitzt einen Gewerbeschein und zahlt Steuern. Aber es gibt, wie überall, auch hier schwarze Schafe." Andreas Paul aus Herdorf abschließend: "Melden Sie verletzte Tiere, auch tote Hunde und Katzen oder Hunde und Katzen, die Ihnen zugelaufen sind." Dafür gibt es eine Hotline: Tel.: 04821/94200.
* Bitte halten Sie sich an die Netikette und vermeiden persönliche Anschuldigungen, Beleidigungen und Ähnliches. Verbreiten Sie außerdem keine Unwahrheiten, Vermutungen, Gerüchte sowie rufschädigende oder firmeninterne Informationen. Beachten Sie die Rechte Anderer und urheberrechlich geschützter Quellen. Bei rechtlichen Verstößen haften Sie in vollem Umfang. Aus diesem Grund sind wir gezwungen, Ihre IP-Adresse und Ihren Provider zu speichern. Mit dem Speichern Ihres Kommentars erklären Sie sich mit diesen Regelungen einverstanden.
- Die große Wochenzeitung im Sauerland