Attendorn, 13.11.2006 22:54 Uhr (redaktion)
Lennestadt. (tes)
Was der legendäre Herr Kaiser für die Hamburg-Mannheimer, war Georg Kaiser für die Sparkasse ALK: Symbolfigur und Sympathieträger zugleich. Nachdem er in den vergangenen Wochen im Zusammenhang mit Panoramapark-Abwickler Capellen in die Schlagzeilen und massiv unter Druck geraten war, scheidet Kaiser nunmehr mit sofortiger Wirkung und „auf eigenen Wunsch“ aus dem Vorstand der Sparkasse ALK aus.
Dies habe er, so Verwaltungsratsvorsitzender Michael Grobbel, dem Gremium bei seiner Sitzung am Donnerstagabend mitgeteilt. Als Grund wird, wie weiland schon bei Kaisers ehemaligem Vorstandskollegen Martin Diller, der die Bank am 30. Juni 2005 ebenfalls „freiwillig“ verließ, „eine unterschiedliche Auffassung hinsichtlich der Geschäftspolitik der Sparkasse“ genannt.

Schon beim Weggang von Diller waren viele Insider verwundert, dass Kaiser seinerzeit bleiben durfte. Schließlich gilt in der Führungsspitze der Sparkassen das Vier-Augen-Prinzip, wodurch die Verantwortung gleichermaßen auf ebenso viele Schultern verteilt wird. Doch wären 2005 beide Bankdirektoren auf einmal weggebrochen, hätte das Institut womöglich seine Handlungsfähigkeit eingebüßt.
Insofern ist für viele der jetzige Postenverzicht von Kaiser die logische Konsequenz der seinerzeitigen Vorfälle. Denn am 1. November 2005 trat als weiterer Bankdirektor Rüdiger Schulte in das Kreditinstitut ein, der nachhaltige Erfahrungen auf den Gebieten der Bankenkontrolle und -sanierung mit ins Sauerland brachte.
Dass mit Kaiser, der seit 1999 den Posten des Bankdirektors bekleidet, eine ähnlich opulente Abfindungsregelung getroffen wurde, wie seinerzeit mit Martin Diller, wird von Insidern bestritten: Schließlich sei nicht vertretbar, dass auf der einen Seite Geschäftsstellen geschlossen würden, während die Personen, die für die prekäre Situation in der Vergangenheit verantwortlich seien, noch pekuniär belohnt würden.
Kaiser selbst will sich zu dem Vorgang nicht äußern. Er legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass ihm „strafrechtlich kein wie auch immer gearteter Vorwurf“ zu machen sei. Ansonsten schweigt Kaiser – das sei so vereinbart worden und in derartigen Fällen auch üblich.
Kaiser arbeitete übrigens seit seiner Lehre zum Bankkaufmann seit 1978 bei der Sparkasse ALK, wo er sich dann auf der Karriereleiter bis in die Spitze hinauf arbeitete.
Kenner der Bankenszene gehen davon aus, dass auch seitens des Verwaltungsrates auf eine Trennung hingearbeitet wurde. Vorsitzender Grobbel dementiert das jedoch strikt: „Es war der ausdrückliche Wunsch von Herrn Kaiser.“ Dennoch gehen Insider davon aus, dass die öffentlichen Hetztiraden von Unternehmens-Abwickler Capellen gegen Kaiser nicht zufällig gerade jetzt an die Öffentlichkeit drangen: „Nach der Einarbeitung von Rüdiger Schulte war der Zeitpunkt gekommen, um einen klaren Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen. Die Schlagzeilen der letzten Monate haben nicht nur die Person Kaiser, sondern auch das Ansehen der Bank beschädigt.“
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