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Für den Jugendschutz: Zigaretten ziehen mit Karte

Hallenberg, 03.12.2006 00:00 Uhr (jti )

Datenschutz ist gesichert — Zahlung weiterhin mit Bargeld

Hallenberg. (jti)
Die Generalprobe in der Sparkasse Hallenberg am Freitag hat funktioniert. Friedrich Berost, Tabakwarengroßhändler, Martin Groß, Repräsentant der Firma Berost im HSK, Bürgermeister Michael Kronauge und Clemens Waszynski von der Sparkasse zogen sich probeweise die ersten Zigarettenschachteln an einem Zigarettenautomaten mit eingebauter elektronischer Sperre, mit der Jugendliche unter 16 Jahren ab dem 1. Januar vom Rauchen abgehalten werden sollen. "Alle Raucher müssen sich umgewöhnen", so Friedrich Berost. "Es reicht nicht mehr, beispielsweise vier Euro einzuwerfen. Wer eine Packung Zigaretten ziehen will, benötigt eine ec-Karte mit dem goldfarbenen Geld-Karte-Chip und Jugendschutzmerkmal." Damit kann bei einem über 16-Jährigen die Sperre entriegelt werden. Danach funktioniert alles wie gewohnt: vier Euro einwerfen, Zigaretten ziehen.
EU-Führerschein funktioniert auch
Der Automat erkennt alternativ auch den EU-Führerschein. "Ganz wichtig zu sagen ist, dass der Datenschutz gesichert ist, es geht nur um den Jugendschutz. Durch die Karte wird nur das Altersmerkmal gelesen, aber keine anderen Daten gespeichert", macht Martin Groß noch mal deutlich. Wie auch bisher schon möglich, können die Zigaretten an manchen Automaten auch mit ec-Karte bezahlt werden, sofern Guthaben auf die Karte geladen wurde.
Berost investiert 1 Million Euro
Ein wichtiger Hinweis ist, dass das Geld dabei nicht vom Konto abgebucht wird, sondern nur dem Guthaben auf der Karte abgezogen wird. Dieses kann in der Bank aufgeladen werden. Die Firma Berost hat für ihre rund 4000 Automaten rund eine Million Euro investiert. "Dies ist auch eine Investition in den Erhalt der Arbeitsplätze meiner 41 Mitarbeiter", so Berost. Pünktlich um 0 Uhr werden die Automaten an Silvester "scharf gestellt".
Da ausländische Gäste auf ihren ec-Karten kein Altersmerkmal haben, hat man sich etwas ausgedacht. Es gibt eigens eine Karte für Gastronomen, die diese bestellen können. Die so genannte "Ziggi-Karte". Mit dieser kann der Wirt nach Augenkontrolle des Alters des Kunden, einmalig einen bestimmten Zigarettenautomaten frei schalten.
"Alles in allem wurde eine gute Lösung gefunden, den Jugendschutz zu verstärken, den Automatenaufstellern gerecht zu werden und die Arbeitsplätze der Tabakwarenhändler zu erhalten", so Bürgermeister Michael Kronauge. Alle Raucher, die sich am Neujahrsmorgen nicht ärgern wollen, sollten also mit ec-Karte und den vier Euro Kleingeld "bewaffnet" zum Zigarettenautomaten gehen.

 

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