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Bürgermeister legt Entwürfe vor für Tallage Finnentrop

Finnentrop, 03.06.2007 00:00 Uhr (masa/aleu )

Bürgerinitiative fordert Aufschub der Entscheidung

Finnentrop. (masa/aleu)
Drei Entwürfe für die Neugestaltung der Finnentroper Tallage stellten die Gemeinde am Mittwoch den Bürgern in der Festhalle vor. Bereits am Morgen wurden die ausgewählten Pläne von Bürgermeister Dietmar Heß und dem Beigeordneten Aloys Weber den Vertretern der Medien vorgestellt. Im Rahmen eines Investorenauswahlverfahren hatte die Gemeinde die Auswahl unter fünf eingereichten Entwürfen, die dazu beitragen sollen die Tallage wieder attraktiver werden zu lassen. Drei davon kamen in die engere Auswahl. Alle drei haben in etwa das gleiche Konzept. Um einen 800 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt, etwa einen "Plus" sind kleinere Geschäfte angeordnet. Zusätzlich gibt es in den mehrgeschossigen Gebäuden die Möglichkeit für Büros, Praxen oder Kanzleien, sich dort niederzulassen. Alle Gebäude haben einen Zugang zu den Bahnsteigen. Die optische Gestaltung aber geht bei den Entwürfen weit auseinander. Während ein Investor die konventionelle Form bevorzugt ein zweiter mehr die futuristische Variante. Sein Entwurf hat Thema "Schweres ruht auf Leichtem". Dabei ist auf ein Glasgeschoss ein Ziegelbau gestellt. Mit Licht und Farbe möchte die dritte Variante wieder Leben in die Tallage bringen.
Ein dreigeschossiges rotes Gebäude und in der Dämmerung angestrahlte Bäume sollen Atmosphäre schaffen. Die Finanzierung und das unternehmerische Risiko liegen voll bei den Investoren, die ihre Projekte im Rahmen von 2,2 bis 2,4 Millionen Euro veranschlagen.
Die Entscheidung soll am 19. Juni im Rat getroffen werden.
Mehr als 350 interessierte Bürger kamen am Abend zur Informationsveranstaltung in die Festhalle. Bürgermeister Heß und der Beigeordnete Weber stellten in einem über 90-minütigem Vortrag die Bauschritte und die drei zur Auswahl stehenden Investorenpläne für den neuen Bahnhof vor. Diese wurden aus insgesamt fünf Angeboten ausgewählt. "Wir haben uns sehr von den örtlichen Interessen leiten lassen" bekräftigte Heß. Weiterhin versicherte er, dass es vollkommen offen sei, für welchen Investor sich der Stadtrat in der öffentlichen Sitzung am 19. Juni entscheiden wird. Er forderte die Anwesenden auf, sich in den folgenden drei Wochen rege an der Diskussion zu beteiligen. "Sprechen Sie mit uns oder schreiben sie eine E-Mail" ermuntert sie der Bürgermeister. Er rief aber auch direkt zur Diskussion auf. Dieser Aufforderung kamen die Mitgliedern der Bürgerinitiative Bahnhof natürlich gerne nach.
Bahnhofsgebäude nicht eingeplant
Für alle Redner war es unbegreiflich, dass das alte Finnentroper Bahnhofsgebäude in allen drei Plänen der Investoren keinen Platz findet. Clemens Bernemann bezeichnete die Pläne als "kulturhistorisch unverantwortlich, städtebaulich Stückwerk, ökonomisch fragwürdig und ökologisch unsinnig". Auch Hermann Schmelzer bezeichnete die Pläne als zweifelhaft. Vorallen forderte er mehr Zeit, damit sich die BI in Ruhe mit den Plänen auseinander setzen kann.
"Darüber kann man nicht in drei Wochen abstimmen" stellte er fest. Schmelzer bat um eine angemessene Frist bis Ende 2007. Heß wies auf das Risiko hin, das entstehe, wenn man die Investoren zu lange warten ließe. In den weiteren Wortbeiträgen hörte man immer wieder die Frage: "Was wird mit dem Mettengebäude:" Diese Frage beantwortete Hess damit, dass es privates Eigentum ist. "Der Firma Metten steht es frei, mit einem Investor Kontakt aufzunehmen" erklärte Heß.
Franz Vollmert von der Bürgerinitiative forderte zu einer sofortigen Abstimmung darüber auf, wer der Anwesenden für eine Förderung der Attraktivität der Finnentroper Tallage durch Erhaltung und Sanierung des Bahnhofgebäudes ist. Vollmert wurde sofort von Heß gestoppt. "Noch ist dieses eine Veranstaltung der Gemeinde Finnentrop und wir bestimmen den Ablauf", erklärte er energisch. Doch Christian Vollmert, Vorsitzender der Bürgerinitiative stand bereits in den Startlöchern, um ebenfalls seinen deutlichen Unmut hinsichtlich der Pläne zum Ausdruck zu bringen.
Am Ende seiner Argumentationen überreichte er Heß einen Entwurf für die Sanierung des Grevenbrücker Bahnhofs. Außerdem wies er auf die Entscheidung der Stadt Attendorn bezüglich der Erhaltung des Bahnhofgebäudes hin. "Nur in Finnentrop, da wird es abgerissen" erklärte Vollmert empört.
Resolution der Bürgerinitiative
Die Bürgerinitiative will sich noch nicht mit den Plänen der Gemeinde abfinden.
Am Freitagnachmittag überreichten Vertreter der Initiative im Rathaus eine Resolution an den Bürgermeister, in der sie ihren Standpunkt der Dinge noch einmal klar machten und den Bürgermeister aufforderten, die Entscheidung über die Zukunft der Tallage zu vertagen und die Erstellung von Alternativplanungen mit Erhalt und der Instandsetzung des historischen Bahnhofsempfangsgebäudes zu ermöglichen.

 

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