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Drei Punkte zum Nachdenken

Überregional, 04.11.2007 00:00 Uhr (SK)

Erster Sieg für Sportfreunde nach zehn Spielen — Wende zum "Guten":

Sportfreunde Siegen — FSV LU Oggersheim 4:2 (2:1)
Siegen. (tip)
Irgendwann, vielleicht so um den 30. Spieltag herum, da wird man sich in Siegen an dieses Spiel vom Freitagabend erinnern. Ganz sicher sogar. Da werden sich die Fans sagen: "Im November, gegen Oggersheim — das war das Spiel, welches die Richtung für die Saison vorgab." Bleibt die Frage, eben welche Richtung die Sportfreunde Siegen in dieser Spielzeit einschlagen werden. Denn die Partie gegen das Schlusslicht der Regionalliga Süd lässt zwei Möglichkeiten zu.Beginnen wir mit dem Positiven: Siegen kann noch Siegen. Zehn lange Spieltage mussten die Anhänger auf dieses Erfolgserlebnis warten. Das 4:2 war ein regelrechtes "Aha-Erlebnis", ein "geht doch". Um so erfreulicher, da das Team von Trainer Marc Fascher die Partie nach einem frühen Rückstand durch Gregory Strohmann (8. Minute) noch herumbiegen konnte. Und auch das "wie" machte streckenweise Mut: Couragiert stemmte sich die Elf auf dem Rasen gegen eine Niederlage, die in Siegen mit Sicherheit hohe Wellen geschlagen hätte.
Ja, diese drei Punkte mussten erzwungen werden. Die Sportfreunde spielten keinen ansehnlichen Fußball, weil es das 4-2-2-2-System Faschers nicht hergibt. Alle Siegener Treffer waren mehr oder weniger Zufallsprodukte: Beim 1:1 reagiert Alexis Genet nach einer Oggersheimer Unaufmerksamkeit am schnellsten (25.), die Führung durch Mansour Assoumani kurz vor der Halbzeit resultiert aus einem Abstauber nach einem Freistoß. Dem 3:1 durch Veselin Popovics Kopfball-Bogenlampe (69.) geht ein klarer Torwart-Fehler voraus. Und beim 4:2 — Thorsten Reiß hatte in der 71. Minute noch einmal verkürzt — durch Gerrit Müller (85.) waren die Gäste aus Verzweiflung kollektiv aufgerückt und hatten den kurz vorher eingewechselten Torschützen schlichtweg "vergessen". Übrigens: Kuriose Minuten für den kleinen Siegener Angreifer. In Minute 79 in die Partie gekommen, binnen Sekunden eine Riesen-Chance, fünf Minuten später das Sieg-Tor und durch eine überschwängliche Jubel-Arie mit Gelb-Rot wieder vom Platz geschickt!
Gepaart mit dem Fakt, dass Siegen zu keinem Zeitpunkt den Tabellenletzten so im Griff hatte, dass man nicht um die drei Punkte bangen musste sowie die Tatsache, dass die Sportfreunde so etwas wie Spielkultur völlig vermissen lassen, stimmt dieser Sieg nachdenklich. Es kann der Wendepunkt zum "Guten" gewesen sein. Oder es war ein weiteres Indiz für eine sehr enttäuschende Saison.
Sportfreunde Siegen: Robert Wulnikowski, Marc Gallego, Mansour Assoumani, Daniel Bogusz (Leandro Escudero, 31.), Alexis Genet, Nils Pfingsten (Björn Weikl, 88.), Christian Pospischil, Peter Nemeth, Alexander Blessin, Christian Okpala (Gerriot Müller, 79.), Veselin Popovic

 

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