Überregional, 02.01.2008 00:00 Uhr (SK )
Kreisgebiet. (SK) Über eine anhaltend gute Konjunkturentwicklung im IHK-Bezirk Siegen konnte Präsident Franz Becker, Kirchhundem, die Mitglieder der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) bei deren Wintersitzung informieren. Trotz Finanzkrise, Euro-Höhenflug und Höchstpreisen für die Energieträger bleibe auch im Kammerbezirk die wirtschaftliche Lage stabil. Becker hob besonders die gute Entwicklung der exportierenden Industrie hervor, die 2007 im Ausland zweistellige Zuwachsraten erzielen würde. Auch der deutlich verbesserte Arbeitsmarkt sei ein Beweis für die erhöhte Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Dabei kritisierte der IHK-Präsident die Politik in Berlin. Angesichts prall gefüllter Steuerkassen, so befürchtet er, würden die guten Vorsätze von gestern immer häufiger zur Makulatur. Die Agenda 2010 sei zwar nicht ursächlich für den Konjunkturaufschwung, aber viele Projekte der Agenda hätten die richtigen Signale gesetzt.
Kritik gab es auch von den Unternehmern für die tags zuvor vom Bundeskabinett verabschiedete Erbschaftssteuerreform. Neue Bewertungsmaßstäbe für das Betriebsvermögen und vor allem die Pflicht für die Erben, 15 Jahre das Betriebsvermögen unverändert zu lassen, wenn sie Steuervergünstigungen in Anspruch nehmen wollen, beschwöre die Gefahr herauf, dass viele Unternehmen nach dem Erbgang vor erhebliche finanzielle Probleme gestellt und die Fortführung der Betriebe nicht selten gefährdet werde. Hier hoffen die Unternehmer im Zuge der weiteren Beratungen noch auf eine Nachbesserung des Gesetzentwurfes.
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