Ich stelle mir das so vor. Der, 04.05.2008 01:15 Uhr (SK)
Ich stelle mir das so vor. Der neue Chef kommt ins Büro. Wie man so hört, hat er vorher noch nie bei einer Zeitung gearbeitet. Vielmehr sogar: In unsere Zeitung hat er noch nicht einmal reingeschaut. Auch hat er noch nicht einen einzigen meiner Artikel gelesen. Nach einigen Gesprächen mit Mitarbeitern und auch meiner Person unter vier Augen ist er aber der Meinung, mich "frei zu stellen" sei die derzeit einzig mögliche Option, um das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Ein unmögliches Szenario? Würde sich niemand so bieten lassen? Ein Skandal? Willkommen im Profi-Fußball, willkommen bei den Sportfreunden Siegen. Und willkommen in der Geschichte Marc Faschers. So geschehen unter der Woche. Sein Schicksal wurde besiegelt, weil dem Emdener im Prinzip nur zwei Tore fehlten. Statt einem 1:1 mal ein 2:1, statt einem 0:0 mal ein 1:0 — Siegen hätte vor dem Spiel in Karlsruhe mit einem Punkt Vorsprung über dem magischen Strich gestanden. Und niemand hätte im sportlichen Bereich Köpfe gefordert, weil man im "Soll" gewesen wäre. Aber das Bauernopfer musste gebracht werden, um auch "auf dem Platz" ein Zeichen zu setzen.
Schade, gerade nach dem tollen Spiel gegen Hessen Kassel, als das ganze Team aufopferungsvoll kämpfte, hätte man sich gewünscht, Fascher wäre noch Zeit geblieben. Irgendwie war man doch ein bisschen der Meinung, der Knoten wäre geplatzt. Spät, aber vielleicht noch nicht zu spät. Was? "Hätte", "wäre" und "wenn" interessiert Sie nicht? Die Sportfreunde haben 2:1 gewonnen? Sogar der Okpala hat wieder getroffen? Na, dann ist ja alles gut.
Tim Plachner
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