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Aus Geck wird König

Schmallenberg, 02.07.2008 01:15 Uhr (Michaela Rickert)

"Wenn nicht jetzt, wann dann" — das hat sich Reinhold Habbel am Montag unter der Schmallenberger Vogelstange gedacht. Der 48-Jährige war vor 25 Jahren Vizekönig und zum Jubiläum sollte der Königstitel her. Soviel schon vorab: die Mission ist geglückt.

Zielstrebig griff der Oberkommissar zu den Gewehren und feuerte was das Zeug hielt. Konkurrenz machte ihm anfangs Heinz-Josef Rötz (Briefi), der sich den Apfel sicherte. Rolf Schulte schoss das Zepter ab. Schützenhilfe bekam Reinhold Habbel außerdem von Kurt Paffrath, der vor 25 Jahren König der Schützengesellschaft war. Nach nur 35 Minuten und 155. Schuss war es dann schon soweit. Der noch gekrönte Vogel segelte gen Boden und erfüllte so den großen Wunsch von Reinhold Habbel.

Wie ein kleines Kind hüpfte der 48-jährige Schützenbruder aus der Oberstadt und Trainer der 1. Mannschaft des FC Fleckenberg/Grafschaft auf und ab und freute sich riesig. "Auf diesen Tag habe ich 25 Jahre gewartet", verrät der frisch gebackene Schützenkönig noch unter der Vogelstange dem SauerlandKurier. Seine Frau Annette konnte es im ersten Moment nicht glauben. "Als die Offiziere auf mich zukamen, habe ich erst gedacht, es sei ein Scherz. Aber jetzt freue ich mich riesig", erzählt Annette Habbel aufgeregt. Das Ehepaar feiert außerdem im kommenden Jahr Silberhochzeit. Ein passendes Geschenk, das finden auch die Kinder des Ehepaares Timo (23) und Patric (20).

Vizekönig ist Sebastian Paffrath

Auch der Vizekönig ließ nicht lange auf sich warten. "Wir lassen Reinhold jetzt nicht im Stich", rief Kurt Paff- rath und ging zielstrebig mit seinem Sohn Sebastian unter die Vogelstange. Das Glück war auf Sebastians Seite. Nach nur 15 Minuten traf der 78. Schuss "ins Schwarze". Kurt Paffrath und Reinhold Habbel freuten sich mit dem 21-Jährigen. Der Dachdecker und Feuerwehrmann erkor sich seine Freundin Dorothee Hainka zur Vizekönigin.

Nach dem Vogelschießen ging es direkt zur feierlichen Proklamation. Da es am Schützenfestmontag keinen Festzug mehr gibt, feierten die neuen Regenten mit ihrem Hofstaat und den Festbesucher eine ausgelassen Party. Unter anderem mussten das Königspaar passend in Polizeiuniform und das Vizekönigspaar in Feuerwehr-Kluft ein Tänzchen wagen, Fußball spielen und auf Bobbycars in die Halle einfahren. Alle Hofstaatpaare und auch die Regenten waren dabei an den Händen gefesselt.

Auf die Majestäten wartet jetzt ein schönes Schützenjahr, das mit dem großen Festzug am Schützenfestsonntag im kommenden Jahr seinen krönenden Abschluss findet.

 

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