Sauerland, 19.04.2010 10:12 Uhr (lenneper)
Arnsberg/Sundern.
„Das Hospiz ist die letzte Station des Lebens.“ Der sich in Vorbereitung befindende „Ambulante Kinderhospizdienst“ belehrt die Menschen darüber eines Besseren. Begleitung und Betreuung im Leben ist das Motto, jetzt und hier.
Ursula Elisa Witteler, Leiterin Ambulanter Hospizdienst für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, stellt engagiert ihre Arbeit für den ambulanten Kinderhospizdienst vor, der in sechs Wochen seine Arbeit aufnimmt.
Der ambulante Kinderhospizdienst nennt sich Sternenweg. Ein Weg, der trotz allem voller Leben, Lachen und Fröhlichkeit sein kann. Diese Kinder, die selbst oft bemerken, dass sie anders sind, dass ihr Körper sich anders entwickelt oder anders reagiert, als es sein sollte, ist es oft eine Erleichterung, wenn jemand kommt, der nicht zur Familie gehört und unbelasteter mit ihnen umgehen kann.
"Ungewissheit und seelische Not"
Eine Zeit voller Ungewissheit und seelischer Not für die ganze Familie, die sich mit der Feststellung der Krankheit noch intensiviert. Ein aufreibender Kraftakt aller Beteiligten beginnt. Für die Eltern bedeutet es oft neben der Angst, ihr Kind zu verlieren, auch ein Kampf mit der alltäglichen Zeit, die zur Verfügung steht.
Aber eben auch eine Zeit, die die Beteiligten aufreibt. In diesem Moment kann der ambulante Kinderhospizdienst helfend eingreifen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die zurzeit noch von der Caritas geschult werden, stehen der ganzen Familie zur Seite. Sie sind besonders für die Geschwisterkinder da und stehen auch den Eltern zur Seite.
Die 13 ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich für den Hospizdienst zur Verfügung gestellt haben, sind zwischen 29 und 63 Jahren alt. Ihre Ausbildung erfolgt in einem halben Jahr mit 80 bis 100 Stunden. Hauptamtliche Koordinatoren stehen ihnen künftig bei ihrer Arbeit zur Seite. Zusätzlich steht hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern eine Supervision zur Verfügung.
Förderung durch Bethe-Stiftung
Die Kosten für das ambulante Kinderhospiz belaufen sich im Jahr auf 250.000 Euro. Der Förderverein des Hospizes bemüht sich um die nicht gedeckten Kosten. „Wir bemühen uns, finanziell und ideell zu helfen“, erklärt Friedhelm Wolf, der Vorsitzende des Freundes- und Förderkreises Hospiz.
Mit ins Spiel kommt hier das Ehepaar Bethe. Die Bethe-Stiftung unterstützt den Aufbau des Ambulanten Kinderhospizbereichs mit einer Spendenverdoppelungsaktion. Alle Spenden bis zu einer Gesamthöhe von 15.000 Euro werden durch die Bethe-Stiftung verdoppelt. Dies bedeutet, dass jeder gespendete Euro zwei Euro für die Arbeit des Kinderhospizes ergibt. Diese Aktion ist auf ein Vierteljahr begrenzt und gilt vom 15. April bis zum 15. Juli.
Der Ambulante Kinderhospizdienst ist für die Betroffenen kostenlos. Wichtig ist, dass der Dienst überkonfessionell arbeitet. Nationalität und sozialer Hintergrund spielen keine Rolle. Die Familien bestimmen die Häufigkeit der Besuche und die Dauer der Betreuung. Dem gesamten Team ist es wichtig, eine Lobby für die Betroffenen zu bereiten, die Not und die Schwierigkeiten zum Thema zu machen.
Konzert für große und kleine Leute
Am Freitag, 23. April, gibt es eine Auftaktveranstaltung an der Liebfrauenkirche in Arnsberg. Sie beginnt um 14 Uhr. Jonathan Böttcher, Liedermacher für kleine und große Leute, gibt um 15 Uhr ein Konzert in der Liebfrauenkirche. Abends um 20 Uhr ist er in der Kulturschmiede nochmals zu hören.
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