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"Armut wird gemacht"

Betzdorf, 05.02.2012 02:31 Uhr

Schon seit 17 Jahren kommt Franz Huck­len­bruch von der Casa-Alianza-Kinder­hilfe Guate­ma­la/­Bonn nach Betz­dorf, um die Schüler des Frei­herr-vom-Stein-Gymna­siums für die großen Probleme der "Einen Welt" zu sensi­bi­li­sieren. Und wie in jedem Jahr verstand es der pensio­nierte Lehrer und enga­gierte Kämpfer für Menschen­rechte und Gerech­tig­keit, die Schüler der Klassen 7 in seinen Bann zu ziehen.

In zwei Durchgängen hörten die fünf Klassen gebannt zu, was Hucklenbruch über die Lage der (Straßen-)Kinder in Guatemala erzählte. Zuvor hatten zwei Schülerinnen der Unesco-AG in einem kurzen Vortrag über die Unesco-Arbeit an der Schule informiert und für die Mitarbeit in der AG geworben.

Spende von 1200 Euro übergeben

Anhand vieler Bilder aus der Geschichte erläuterte Franz Hucklenbruch in seinem Vortrag die Ursachen von Armut und Ausbeutung in der sogenannten "Dritten Welt". In Guatemala seien 80 Prozent der Bevölkerung arm. Um überleben zu können, müssten daher schon Kleinkinder arbeiten gehen und hätten keinen Zugang zu Bildung. So entstehe ein Teufelskreis, der nur durchbrochen werden könne, wenn die Menschen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass auch diese Kinder ein Recht auf Ernährung, Bildung und Rechte hätten, denn "Armut wird gemacht", so Franz Hucklenbruch.

Mit vielen Bildern veranschaulichte er das Schicksal der Kinder in Guatemala und zu vielen Bildern wusste er auch die passende Lebensgeschichte der Jungen und Mädchen zu erzählen. Einen Ausweg für viele Kinder bietet die Arbeit von La Alianza und des "Refugio de la ninez", die Straßenkindern die Möglichkeit geben, eine Schule zu besuchen, sich zu bilden und in festen Unterkünften zu wohnen. Das zweite Projekt richtet sich gezielt an junge Mütter, die im Refugio mit ihren Kindern leben können und Hilfen im Alltag erhalten.

Im Anschluss an die Vorträge übergab die Unesco-AG einen Scheck über 1200 Euro an die Casa Alianza. Die Spendengelder waren im vergangenen Schuljahr aus verschiedenen Aktionen zusammengekommen: Bücherbasare, Imbiss- und Getränkeverkäufe an Schulveranstaltungen, Spenden aus einzelnen Klassen und Kursen oder auch der Verkauf von selbst gebackenen Plätzchen und der Weihnachtsbasar am Schulkonzert trugen dazu bei, dass die Schule auch in diesem Jahr fast 3000 Euro an verschiedene Projekte spenden kann.

 


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