
Attendorn, 06.02.2012 14:00 Uhr
Mittags war die Sensation perfekt. Über Handy hatte der frühere Weltcupläufer und jetzige Landestrainer Stefan Kirchner Kontakt gehalten zu Tom Kleine von der Attendorner Stadtverwaltung und der hatte per Liveticker alle Interessierten auf dem Laufenden gehalten. Benjamin Selter aus der Skiabteilung des TV Attendorn war kurz zuvor auf den 5. Rang der Deutschen Jugendmeisterschaften gerannt.
Sein Ziel vorab war ein Rang unter den besten 15 gewesen, Landestrainer Kirchner hatte ihm sogar eine Top-Ten-Platzierung zugetraut. Tatsächlich zeichnete sich schon früh ab, dass da etwas in der Luft lag.
Bereits im Prolog über 1,2 Kilometer hatte sich der 15-jährige St.-Ursula-Schüler locker und mit nur gut fünf Sekunden Rückstand auf die Bestzeit für die Finals qualifiziert.
Erster im Viertelfinale und anschließend Platz drei im Halbfinale reichten schließlich für den großen Sprung ins Sprintfinale in der Sparkassenarena von Oberwiesenthal. In einer feierlichen Ehrung der besten Sechs konnte er schließlich 48 Stunden später Urkunde und Geschenk aus der Hand von Bundestrainer Jochen Behle entgegennehmen. Der hatte letztendlich mit Teichmann, Böhler, Tscharnke und Evi Sachenbacher nicht nur aktuelle Nationalmannschaftsmitglieder am Start, sondern auch ein waches Auge auf den Nachwuchs gerichtet. Und genau der musste schon zwei Tage später erneut ran zur wohl anspruchsvollsten Disziplin. Mit einem Massenstart über fünf Kilometer in der klassischen Technik und ebenso vielen Skatingkilometern nach der Wechselzone stand der Skiathlon am Samstag im Fokus.
Nachdem sich Benjamin Selter zunächst mit Rang 12 in der Spitzengruppe halten konnte, fiel er kurz vor der Wechselzone schließlich zurück bis auf den 16. Platz. "Dass er das Ruder da noch einmal herumreißen konnte, spricht für seine Ausdauerqualitäten", kommentierte ein sichtbar zufriedener Stafan Kirchner.
Stück für Stück kämpfte sich der Attendorner wieder nach vorn und konnte schließlich einen hervorragenden 8. Rang mit in die Hansestadt nehmen. Dass am Sonntag dagegen irgendwann die Luft raus war, zeichnete sich schon recht früh ab.
Im dritten Rennen am vierten Tag reichte es noch für Rang 22. "Mit meinen Plätzen 5 und 8 bei den ,Deutschen' hätte ich nie gerechnet. Das war schon echt der Wahnsinn", so ein "restlos glücklicher" Benjamin Selter.
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