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Hochsauerland: Schmallenberg

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Bye, bye Bundeswehr

Sauerland, 26.08.2010 15:36 Uhr

Hoch­sau­er­land. Schon lange wurde es disku­tiert und jetzt ist es soweit: Bundes­ver­tei­di­gungs­mi­nister Karl-Theodor zu Gutten­berg plant die Reform des Wehr­dienstes: Die Bundes­wehr soll eine Armee der Frei­wil­ligen werden.

Und was wird aus den 90.000 Zivildienststellen?

Fünf Modelle zur Zukunft der Bundeswehr wurden entwickelt und Modell 4 soll es sein: 156.000 Zeit- und Berufssoldaten sowie 7500 freiwillig Wehrdienstleistende sollen die neue Armee bilden. Die Wehrpflicht soll zwar nicht abgeschafft, aber ausgesetzt werden. In den Oppositionsparteien wurde sofort Kritik laut. Die SPD warf zu Guttenberg vor, die Bundeswehr kaputt zu sparen, die Grünen wollen eine konsequente Abschaffung der Wehrplicht und die Linkspartei fordert „strukturelle Nichtangriffsfähigkeit der Bundeswehr“.

Viele stellen sich jetzt die Fragen: Und was wird aus dem Zivildienst? Schließlich sind viele soziale Einrichtungen auf die günstigen Arbeitskräfte angewiesen. Immerhin 90.000 Zivildienstleistende gibt es zurzeit.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hofft auf ein Heer von Freiwilligen. „Freiwilligen-Dienst“ ist hier das Schlagwort: Dieser soll dann zukünftig auch Frauen offen stehen. „Das Konzept der Ministerin enthält mehr Fragen als Antworten“, kritisiert der AWO- Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Ihm sei „völlig unklar“ wie 35000 Freiwillige im Jahr ausreichen sollen.

Wie ist Ihre Meinung zur Aussetzung von Bundeswehr und Zivildienst? Halten Sie die Ideen für gut oder finden Sie die Bundeswehr sollte generell abgeschafft werden? Was denken Sie passiert, wenn die vielen Zivildienststellen im sozialen Bereich wegfallen?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung! Einfach per E-Mail an kiwi@sauerlandkurier.de, per Post an den KurierVerlag Lennestadt, Kölner Str. 18, 57368 Lennestadt.

 


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1 Kommentar »
 
30.08.10 10:07 Uhr
Roland Klose
Hallo einjähriger Pflichtzivildienst für Frauen und Männer
Die CDU versteht sich trotz Wehrungerechtigkeit als Hüterin der Wehrpflicht und kann sich mit dem Gedanken ihres eigenen Verteidungsministers KT zu Guttenberg, die Wehrpflicht auszusetzen oder gar abzuschaffen, kaum anfreunden, weil für sie die Wehrpflicht konservatives Profil darstellt. Warum ist das so? Die CDU propagierte und vollzog in der Adenauer-Ära gegen massive Widerstände der SPD in Zeiten des Kalten Krieges die Wiederbewaffnung Deutschlands und die Einführung der Wehrpflicht bzw. prägte letztendlich den Begriff des Staatsbürgers in Uniform. In den USA wurde dagegen die Wehrpflicht bereits 1973 abgeschafft und eine Berufsarmee eingeführt. Die Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht ist daher nur noch für den Fall einer "nationalen Krise" vorgesehen. Warum sollte der amerikanische Weg nicht auch in Deutschland möglich sein, zumal der Ost-West-Konflikt längst beigelegt wurde? Wenn jetzt die CDU die Wehrpflicht trotzalledem noch irgendwie am Leben erhalten will und deshalb ernsthaft überlegt, einen freiwilligen Wehr- und Zivildienst möglich zu machen, so ist dies absurd und in der Praxis kaum durchführbar. Freiwilliger Wehr- und Zivildienst wird nicht funktionieren, weil dafür vorab das bisherige Beschäftigungsverhältnis eines Bürgers aufgekündigt werden müsste. Und wer opfert seinen sicheren Arbeitsplatz schon für einen freiwilligen Dienst, dessen Bezahlung überaus bescheiden ist? Besser wäre dagegen, wenn wir stattdessen eine Berufsarmee in Höhe von 100.000 Soldaten (siehe Versailler Vertrag von 1919) und für alle Frauen und Männer ab 18 Jahre einen im Grundgesetz verankerten, rechtsverbindlichen und einjährigen Pflichtzivildienst in sozialen, ökologischen und kulturellen Einrichtungen im In- und Ausland hätten. Das würde entscheidend dazu beitragen, in unserer Gesellschaft nachhaltig wieder mehr die soziale Verantwortung jedes Einzelnen gegenüber seinen Mitmenschen und dem Gemeinwohl zu stärken. Zu diesem Pflichtzivildienst sollten auch Hartz-IV-Empfänger jeden Alters herangezogen werden können, vorausgesetzt, die jeweilige Einrichtung ermöglicht es den arbeitslosen Menschen nach Ablauf eines Jahres entweder eine Ausbildung oder eine Vollzeit-Beschäftigung bei ihnen antreten zu können.


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