Kälterekorde weit entfernt

Das Kältegefühl trügt: November bisher ganz normal

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Eiskristalle glitzern an einer Rosenblüte in Brandenburg: Im langjährigen Vergleich ist der November 2016 bislang weit von Kälterekorden entfernt. Foto: Ralf Hirschberger

Offenbach (dpa) - Missgelaunte Blicke in den grauen Himmel, eng geschlungene Schals und nächtliche Minusgrade: Irgendwie scheint dieser November besonders kühl geraten zu sein.

Stimmt nicht, sagt dagegen Gerhard Lux, Pressesprecher beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach. "Dass im November die ersten Fröste kommen, ist ganz normal." Allerdings sei das im Flachland in der Regel erst Mitte November der Fall. In diesem Jahr aber kamen die Minusgrade in Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern dagegen etwa eine Woche früher. Mit durchschnittlich vier Grad liegen die Temperaturen bislang nur geringfügig unter der langjährigen Durchschnittstemperatur von 4,4 Grad.

Aber: "Nach dem halbwegs milden Oktober kommt uns das kühl vor", gibt Lux zu. Dennoch, der November sei eben der Spätherbstmonat. Da sei der erste Schnee der Saison eigentlich vorprogrammiert. "Aber das Chaos ist dann trotzdem komplett, weil die Leute alle Jahre wieder von winterlichen Bedingungen überrascht werden. So war es auch in diesem Jahr wieder."

Im langjährigen Vergleich ist der November 2016 bislang jedenfalls weit von Kälterekorden entfernt. Da bleibt der November 1921 mit einer monatlichen Durchschnittstemperatur von minus 0,2 Grad ungeschlagen. Im Jahr 1993 war es durchschnittlich 0,4 Grad frisch. Die wärmsten Novemberjahre mit jeweils 7,4 Grad monatlicher Durchschnittstemperatur waren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes dagegen 1963 und 2009.

Deutscher Wetterdienst

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