Interessent bot 1 Million Euro

Russischer Agent klaut Gutenberg-Bibel

Moskau - Weil er eine Gutenberg-Bibel aus dem 15. Jahrhundert im Archiv der Staatlichen Universität Moskau gestohlen hat, muss ein russischer Geheimdienstler für dreieinhalb Jahre ins Straflager.

Nach einem Urteil des Moskauer Militärgerichts hatte der mit Sonderbefugnissen ausgestattete Sergej W. Zugang zu dem Archiv, stahl das Werk aus den Anfängen der Buchdruckkunst aus einem Safe und versuchte dann, es an einen Sammler zu verkaufen.

Die Bibel war nach dem Zweiten Weltkrieg von Sowjet-Soldaten als deutsche Beutekunst aus der Leipziger Universitätsbibliothek nach Moskau gelangt, wie russische Medien am Freitag berichteten.

Das Gericht verurteilte außerdem zwei Komplizen zu Haftstrafen von 14 Monaten und einem Jahr, die bei der Suche nach einem Käufer geholfen hatten. Ein prominenter Moskauer Sammler wollte letztlich umgerechnet rund eine Million Euro für das Werk bezahlen. Nach einem Bericht der Zeitung „Kommersant“ standen die Beteiligten unter Beobachtung des Inlandsgeheimdienstes FSB. Der Sammler habe mit dem FSB kooperiert und geholfen, den Täter zu überführen.

Die von Johannes Gutenberg in der ersten Hälfte der 1450er Jahre in Mainz gedruckte Bibel gilt als ein Meisterwerk und Beginn der Buchdruckkunst. Nach Angaben der Stadt Mainz gibt es heute weltweit nur noch 49 Exemplare des zweibändigen Werks.

dpa

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