Nach vier Jahren verurteilt

Franzose schoss sich in Rücken, um von Mord abzulenken

Versailles - Ein Franzose hat sich laut einem Gerichtsurteil selbst in den Rücken geschossen, um vom Mord an seiner Frau abzulenken.

Viereinhalb Jahre nach der Tat wurde der Mann nun zu 30 Jahren Haft verurteilt, wie das Gericht in Versailles am Freitag bestätigte. Der Verurteilte hatte stets seine Unschuld beteuert und will Berufung einlegen, wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtete.

Der von einem Gewehrschuss verletzte Mann hatte im Februar 2012 die Polizei auf einen Waldparkplatz westlich von Paris gerufen. Dort lag die Leiche seiner Frau im brennenden Auto des Paares. Der Mann gab an, bei einer Pause von einem Unbekannten angegriffen worden zu sein.

Die Staatsanwaltschaft nahm ihm diese Version nicht ab: Sie glaubt, dass er sich selbst in den Rücken schoss. Das sei eine verrückte Tat, aber nicht unmöglich, argumentierte die Anklägerin vor Gericht. „Dieser zynische, skrupellose Mann hat sein Verbrechen minutiös vorbereitet.“

Wie der Sender France 3 zu Prozessbeginn berichtete, besaß der Mann eine Waffe mit dem passenden Kaliber, die er kurz vor der Tat als gestohlen gemeldet hatte. „Es gibt keine Beweise, kein Geständnis, kein Motiv, man hat die Waffe nicht gefunden, die ihm in den Rücken geschossen hat“, hielt sein Anwalt dagegen. Auch die Ursache für den Tod der Frau konnte nie geklärt werden. Das Gericht folgte in seinem Urteil am Donnerstag dennoch der Version der Staatsanwaltschaft.

dpa

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