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Hochsauerland: Hallenberg

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Die Zukunft aktiv gestalten

Hallenberg, 05.02.2012 02:30 Uhr

Die Dorf­ent­wick­lungs­pla­nung für die Städte Hallen­berg und Mede­bach hat Fahrt aufge­nommen. Das gesteckte Kern­ziel des Projektes lautet, mit einer stadt­über­grei­fenden Hand­lungs­s­tra­tegie dem demo­gra­phi­schen Wandel in den nächsten Jahren begegnen zu können. Denn es gilt, die Kern­städte und Dörfer mit ihren aktiven Gemein­schaften auch weiterhin lebendig zu erhalten.

Die gesamte Planung, die noch bis zum Herbst 2012 läuft, baut auf eine aktive Mitwirkung der Bürgerschaft auf. Ergebnisse des Projektes können nur mit Leben erfüllt werden, wenn sich alle Bevölkerungsgruppen mit Erfahrungen, Ideen und Vorschlägen einbringen. "Die Dorfentwicklungsplanung ist für mich wichtig, weil hier die Bürger aktiv an der zukünftigen Entwicklung ihrer Stadt beteiligt werden. Zusammen wollen wir die Herausforderungen der Zukunft meistern. Ich möchte, dass auch unsere Kinder und Enkel sich hier so wohlfühlen können wie wir heute", zeigt sich Hans-Josef Berkenkopf, Vorsitzender des Gewerbevereins Hallenberg, von der Wichtigkeit des Projektes überzeugt.

Bereits im Herbst 2011 haben mehrere thematische Werkstattveranstaltungen mit Bürgern in verschiedenen Ortschaften von Hallenberg und Medebach stattgefunden. Die Liste der diskutierten Themen ist umfangreich: Gebäudenutzung und -leerstand, Gemeinschaftseinrichtungen und Bürgergemeinschaften, Ausbildung- und Fachkräftegewinnung, Nahversorgung, Tourismus, Mobilitätsangebote, Breitbandversorgung und Energienutzung.

Die Themenbereiche "Nahversorgung und Betreuung" sowie "bedarfsgerechte Mobilitätsangebote" wurden in den Werkstattveranstaltungen intensiv diskutiert. Der Erhalt und die Entwicklung wichtiger Versorgungsangebote wie Ärzte, Apotheken und wohnortnahe Lebensmittelversorgung stehen dabei an oberster Stelle. Vor allem für die ältere, häufig nicht-mobile Bevölkerung stellen die Sicherung und die Erreichbarkeit dieser Einrichtungen wichtige Voraussetzungen für den Verbleib in ihrem Heimatort dar. Die Teilnehmenden in den Werkstätten formulierten für diesen Handlungsbedarf Lösungsansätze: Die Sensibilisierung der Bevölkerung für den Einkauf vor Ort ist ein erster Schritt zum Erhalt der Lebensmittelmärkte im Dorf. Weiterhin könnten Lieferdienste oder mobile Verkaufswagen, in Anbindung an vorhandene Geschäfte, die Versorgung in der Fläche aufrechterhalten. Auch der Ausbau von bedarfsgerechten Mobilitätsangeboten für Versorgungsfahrten, wie beispielsweise die Einrichtung eines Bürgerbusses, wurde angedacht. Eine zunehmend tragende Rolle könnten auch ehrenamtliche Service- und Betreuungsangebote oder Nachbarschaftshilfevereine einnehmen.

Ein weiteres Thema, welches die Vereine, Feuerwehren und andere Träger von Gemeinschaftsaufgaben in Hallenberg und Medebach beschäftigt, ist die nachhaltige Bewirtschaftung von Gemeinschaftseinrichtungen, zum Beispiel Vereinshäuser und die Aktivierung der Jugend. Denn rückläufige Mitgliederzahlen und steigende Kosten für den Unterhalt der Einrichtungen können die Vereinsarbeit zukünftig stark beeinträchtigen. Mögliche Lösungsansätze sehen die Bürger in der Kooperation von Vereinen bei Veranstaltungen oder in der gemeinschaftlichen Nutzung von Einrichtungen. Auch ein Zusammenschluss verschiedener Träger im Bereich der Jugendarbeit erscheint denkbar.

"Stärken in Zukunft noch besser nutzen"

Es gibt auch schon viele Aktivitäten, die in den Ortschaften bereits angelaufen sind und als gute Beispiele in der Dorfentwicklungsplanung aufgegriffen werden sollen. Jürgen Humberg, Vorsitzender des Gewerbe- und Verkehrsvereins Medebach, weiß: "Wir leben in einer touristisch attraktiven Region, mit interessanten Unternehmen, einem guten Wirtschaftspotenzial und einer ausgeglichenen Sozialstruktur. Die Dorfentwicklungsplanung bietet uns die Chance, diese Stärken in Zukunft noch besser zu nutzen."

Natürlich sind alle Bürger auch außerhalb der Veranstaltungen eingeladen, sich weiter mit ihren Ideen und Anregungen in den Prozess der Dorfentwicklungsplanung einzubringen. Die begonnenen Werkstattgespräche können in dem Onlineforum auf der Projektinternetseite www.dorfentwicklung-medebach-hallenberg.de weitergeführt werden. Dabei geht es um ganz praktische Fragen, welche den Bürgern am Herzen liegen, beispielsweise: "Angenommen Ihr Ort würde über eine Bürgerbuslinie mit Nachbarorten und der Kernstadt verbunden, welche Haltepunkte sollte der Bürgerbus auf jeden Fall anfahren?" oder "Kennen Sie gute Beispiele für die Versorgung und Betreuung älterer Mitmenschen?. Alle Besucher der Projektinternetseite sind eingeladen, in dem Onlineforum mitzudiskutieren und sich mit anderen auszutauschen.

Gegenwärtig werden Ergebnisse der Planungsanalyse einschließlich der Bürgerveranstaltungen durch das beauftragte Büro IfR (Institut für Regionalmanagement) aus Essen ausgewertet. Im Frühjahr werden Bürger zu einer weiteren Runde von Werkstattveranstaltungen eingeladen. Dann sollen Maßnahmenvorschläge, die in der Dorfentwicklungsplanung bereits auf dem Tisch liegen, weiter vertieft und konkretisiert werden. Auch die Ideen und Meinung der Jugend sind wichtig. Hierzu geht die Dorfentwicklungsplanung im Frühjahr "in die Schule", um mit Schülern über Handlungsmöglichkeiten aus Sicht der Jugend zu diskutieren. Die Ergebnisse der Planung sollen im Spätsommer dieses Jahres vorliegen und wiederum den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt werden.


 


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