
Attendorn, 12.02.2012 02:30 Uhr
Ein Veilchendienstagszug ohne Arno Lenninger - das können und wollen sich die Attendorner Wagenbauer nicht vorstellen. Denn seit 60 Jahren ist Lenninger nun mit Herz und Seele aktiv mit dabei und ist auch für die Attendorner ein fester Bestandteil des alljährlichen Spektakels.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Arno Lenninger zum Original wurde und als Ur-Attendorner gilt. Ist er aber nicht. Er stammt aus Aachen, kam 1945 gleich nach dem zweiten Weltkrieg nach Attendorn und blieb.
"Attendorn ist meine Heimat", bekräftigte der Wagenbauer, der sich auch wie ein Attendorner fühlt. 1952 war Lenninger das erste Mal als Einzelgänger im Kostüm eines Lumpenhändlers im Veilchendienstagszug dabei.
1959 baute Lenninger mit den Attendorner Pfadfindern einen Wagen. Thema war "Das Saudier von Arabien" und es wurde damals im Foyer der Schützenhalle gebaut. Das Wagenbauen war damals noch sehr schwierig, denn es herrschte noch eine große Armut. Geld für Material hatten die Wagenbauer nicht. "Da haben wir krumme Nägel gerade gekloppt", erinnerte sich Lenninger. "Wir hatten eine Kneifzange, einen Hammer und eine Säge - das war´s." Viele Themen behandelte die Wagenbaugruppe der Attendorner Pfadfinder bis zum Jahr 1982. 1983 baute Lenninger den ersten Wagen mit der "Kämpengemeinschaft" und ist bis heute mit großem Engagement dabei. Auf Grund seines Jubiläums wollte die Gruppe wissen, welches Thema und Wagen ihm in all den Jahren am besten gefallen hat. Darauf wusste das Original sofort eine Antwort. "Der Hotzenplotz, damit habe ich am meisten Spaß gehabt". So war schnell beschlossen, dass die Kämpengemeinschaft in diesem Jahr noch einmal den Räuber Hotzenplotz baut.
Nach dem Umzug im Jahr 1984 wurde Lenninger, im Kostüm des Hotzenplotz, von einem kleinen Mädchen angesprochen. Sie war total fasziniert und der Karnevalist nahm sich die Zeit und erzählte der Kleinen die ganze Geschichte vom Hotzenplotz. "Sie dachte, ich wäre der Echte", lächelte Lenninger. Das kann man ihr auch nicht übel nehmen: Die Ähnlichkeit zwischen der Figur und dem echten Lenninger ist verblüffend.
Nach Karneval teilte man dem Wagenbauer mit, der Wagen müsse diesmal nicht abgebaut werden. Den habe man gegen zwei Kisten Bier nach Saalhausen verkauft, die hätten vor, damit in der nächsten Session zu fahren. Für den Karnevalisten eine plausible Erklärung. Im nächsten Jahr dann die große Überraschung: "An meinem 50. Geburtstag stand der Hotzenplotz vor unserer Haustür", erzählte Lenninger lachend.
Mit all diesen Erinnerungen entstand in diesem Jahr erneut ein imposanter Räuber Hotzenplotz. "Damals war das alles viel primitiver", zog der Wagenbauer einen Vergleich zwischen dem Wagen von 1984 und dem aktuelle Wagen. Am Veilchendienstag wird Lenninger als Hotzenplotz auf dem Wagen der Kämpengemeinschaft wieder den Umzug genießen. Denn eines ist für Arno Lenninger sicher: "Solange ich noch kann und es mir Spaß macht, bin ich dabei!"
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