Brilon, 06.10.2011 17:45 Uhr (Jana Sudhoff)
Darf ich mit meinem Pflegekind zum Impfen gehen? Auf eine Pflegefamilie lauern ungeahnte Fallstricke. "Hat eine Pflegefamilie nicht die Vormundschaft, braucht sie die Unterschrift der Eltern, wenn sie das Kind impfen lassen möchte.
Aufklärung über die komplizierten rechtlichen Rahmenbedingungen verspricht Rechtsanwalt Steffen Siefert aus Köln, der sich auf Pflegekinderwesen und Pflegeelternrecht spezialisiert hat. Von 10 bis 16 Uhr wechseln sich Vorträge und Fragerunden im Konferenzraum der Sparkasse Hochsauerland im Briloner Markt ab. Mit den Rechten und Pflichten von Pflegeeltern wie Vormundschaft, Namensänderung, Adoption und Möglichkeiten der Verbleibenssicherung beschäftigt sich der erste Block, die Informationspflicht und Aufklärung durch das Jugendamt gegenüber Pflegeeltern, Gesundheitsvfürsorge und Besuchskontakte sowie die Fragestellung "Wenn Pflegekinder 18 werden" sind die Themen der anderen beiden Einheiten.
Eingeladen sind nicht nur Pflegeeltern, sondern auch solche, die es werden möchten und alle, die beruflich mit dem Thema zu tun haben. Das Jugendamt des Hochsauerlandkreises hat zugesagt, für alle Pflegeeltern aus seinem Gebiet die Teilnehmergebühren zu übernehmen. Die Teilnehmer müssen allerdings in Vorleistung gehen. Es gibt eine Ermäßigung für Schüler, Studenten und Azubis. Eine Kinderbetreuung ist möglich.
Die Fortbildung ist die dritte des Vereins. 2009 hatten sich 65 Teilnehmer über das "fetale Alkoholsyndrom" informiert, 2008 gab es schon einmal einen zweistündigen Vortrag zu den rechtlichen Grundlagen. Der 2001 gegründete Verein, der sich als Selbsthilfegruppe, Ansprechpartner und Interessenvertretung versteht, macht sich besonders für zentrale Fortbildungen im Hochsauerlandkreis stark. Darüber war es in der Vergangenheit zu verhärteten Fronten mit dem Kreisjugendamt gekommen (SauerlandKurier berichtete), weil sich der Verein diesbezüglich unterversorgt fühlt. Seitdem sich der ehemalige Kreisdirektor Winfried Stork als Mediator eingeschaltet hatte, seien wirklich sehr gute Gespräche geführt worden, sagt Alexandra Becker, Erste Vorsitzende des Vereins. "Es sind kleine Schritte zu erkennen, es bewegt sich was." Unter anderem habe der Verein beim Jugendhilfeausschuss vorgesprochen, auch seien zwei Fortbildungen angeboten worden, allerdings nicht Pflegekinderspezifisch. Das nächste Gespräch steht im Oktober an, diesmal erstmals ohne Mediator.
Anmeldungen für die Fortbildung bis zum 7. November per E-Mail an: pflegeeltern-hsk@gmx.de, per Fax an 0 29 61/5 23 41 oder unter Tel.: 0 29 61/98 98 99 (Alexandra Becker) oder 0 29 61/74 30 29 (Heidi Balzer). Die Teilnahmegebühren bitte überweisen an die Sparkasse Hochsauerland, 41651770, Kontonummer 25924 oder an die Volksbank Brilon, 41661719, Kontonummer 43706900.
Portalsystem 2012 © KurierVerlag Lennestadt GmbH