
Siegen, 09.03.2010 11:15 Uhr
Eine Einrichtung der besonderen Art öffnet bald in der Siegener Numbach ihre Pforten: Der erste Waldkindergarten im Kreis Siegen-Wittgenstein lädt die Kinder zu besonderen Erlebnissen ein.
Träger ist der Verein "Die Wiesenpieper", der in der Straße "Hirtenkamp" ein Waldstück gepachtet hat, auf dem als Ausgangspunkt der Aktivitäten ein großer, rund zehn Meter langer Waggon aufgestellt wird. Ein Waldkindergarten ist zunächst einmal ein ganz normaler Kindergarten in dem die Kinder spielen, singen, tanzen, basteln, malen, toben, ein sinnvolles Miteinander und vieles mehr erleben. Ebenso werden alle im Bildungsplan NRW geforderten und für die frühe Bildung und Erziehung relevanten Schwerpunkte in der täglichen Arbeit eines Waldkindergartens berücksichtigt. Ein Unterschied liegt allerdings in der Art, wie diese Bildungsziele erreicht werden.
In einem Waldkindergarten erarbeiten sich die Kinder viele wichtige Kompetenzen. Im waldigen Gelände erproben sie Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer. Auch vorsichtige Kinder lernen Hindernisse, wie dichtes Gebüsch, umgestürzte Bäume und kleine Bäche, zu überwinden. Dabei unterstützen sie sich gegenseitig - räumen größere Hindernisse gemeinsam aus dem Weg oder helfen kleineren Kindern darüber hinweg. Sie schulen dabei Bewegungsabläufe, Gleichgewichtssinn und räumliche Orientierung.
Die Kinder sind dabei immer auf der Suche nach Antworten. Der Wald als Spiel- und Erlebnisraum lenkt nicht vom eigenen inneren Erleben ab, sondern fördert die Auseinandersetzung mit dem Erlebten. Alle Materialien der Umgebung können ins Spiel mit einbezogen werden. Ein knorriger Ast wird zum Fernrohr, ein umgestürzter Baum ist ein Piratenschiff, der hohle Baumstumpf ein schönes Puppenhaus.
Fantasie, Kreativität und sinnliches Erleben begleiten das Handeln der Kinder. Dabei wird die Sprache zu einem unentbehrlichen Instrument, damit die Kinder Ideen und Vorstellungen mitteilen können und so das Spiel oder das Experiment gemeinsam weiter entwickeln können.
Diese eigenen Aktivitäten und Erlebnisse schaffen eine Vielfalt von "unmittelbaren" Erfahrungen, die in der sensiblen Entwicklungsphase der Vorschulzeit, Fundamente für das gesamte spätere Leben schaffen. Die Kinder erleben die wechselseitige Abhängigkeit von der Natur und können mit diesen Erfahrungen erkennen wie wichtig es ist, diesen Lebensraum zu schützen. Die Erzieherinnen beobachten die Aktivitäten der Kinder aufmerksam, um zu erfahren, welches Phänomen sie gerade erkunden.
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