
Olpe, 01.02.2012 02:15 Uhr
Seit einigen Monaten werden auf verschiedenen Parkplätzen in Olpe Gebühren erhoben. Das spickt nicht nur das Stadtsäckel, sondern reguliert auch die Parksituation, denn am Kurkölner Platz und entlang der Martinstraße am Krankenhaus darf man nur noch für maximal eine Stunde sein Fahrzeug abstellen. Und genau damit erlebte Gabriele Zeppenfeld am Freitag eine wirklich kuriose Geschichte.
Ein toller Service bietet zudem die Möglichkeit, sein Park-Ticket per SMS mit dem Handy zu ordern. Man gibt sein Kennzeichen an, regelt mit einer angehängten Zahl von eins bis neun die Parkdauer in Stunden von 50 Cent bis 4,50 Euro Gebühren und der Betrag wird bequem mit der Handyrechnung abgebucht. Dummerweise geht das nicht am Kurkölner Platz, weil man dort eh nur für ein Stündchen stehen darf, wie man es am Parkplatzeingang auf einem kleinen Schild und am Parkautomaten über eine Infotafel im Kleingedruckten erfahren kann.
Gabriele Zeppenfeld orderte am Freitag also eine Stunde Parken per Handy um genau 10.09 Uhr und ging zum Arzt. Um 11.00 Uhr bekam sie per SMS die Nachricht, dass um 11.09 Uhr die Parkzeit ablaufen werde. Sie war beim Arzt, aber noch nicht durch und schickte eine neue SMS mit ihrem Kennzeichen hinterher, um die Parkzeit zu verlängern. Denn diese Möglichkeit hatte sie ja auf dem Schild gelesen: "Verlängerung innerhalb der Höchstparkdauer wie Ticketbestellung möglich."
Die Antwort kam per SMS um 11.03 Uhr: "Die Höchstparkdauer ist erreicht. Bitte räumen Sie den Parkplatz."
In ihrer Not schickte Gabriele Zeppenfeld die nächste SMS zurück: "Bin beim Arzt."
Die Antwort: "Um 12.04 Uhr läuft die Parkdauer für ,Bin beim Arzt' ab."
Das "sms&park®"-System hatte die Antwort als neues Kennzeichen registriert! Die Patientin lehnte sich beruhigt zurück. Das änderte sich, als sie an ihrem Auto wieder ankam: Knöllchen dran, klar. 11.09 Uhr war die Zeit abgelaufen, bereits um 11.14 Uhr hatte sie einen dran gekriegt: Fünf Euro.
Gabriele Zeppenfeld war stinksauer. "Wie oft stehe ich hier für fünf Minuten und zahle den vollen Stundensatz, weil es keine kürzere Parkzeit gibt. Und im Gegenzug muss ich das Kleingedruckte lesen, um zu kapieren, dass man nur maximal eine Stunde parken darf. Obwohl oben auf dem Schild noch extra steht: ,Verlängerung einfach und von unterwegs aus'. Ich möchte nicht wissen, wie vielen das schon passiert ist. Und nach exakt fünf Minuten folgt sofort das Knöllchen."
Die Kontrolleure sind über die Parkzeiten ja per SMS genau im Bilde. Theoretisch können sie also auch auf die Minute genau kontrollieren, das ist klar.
Gabriele Zeppenfeld versucht mehrfach, telefonisch jemanden beim Amt zu erreichen. Am Wochenanfang geht sie ins Rathaus: "Da sagte man mir dann, dass die Politesse ein Auto mit dem Kennzeichen ,Bin beim Arzt' wohl auch nicht finden kann."
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