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    Feldlerche bald weg?

    Hochsauerland, 19.04.2009 01:30 Uhr

    Die Bestände von Neun­töter und Feld­lerche nehmen deutsch­land­weit ab. Dies ist auch im Sauer­land fest­zu­stellen, wie die Orni­tho­lo­gi­sche Arbeits­ge­mein­schaft des "Ver­eins für Natur-und Vogel­schutz im HSK" (VNV) mitteilt. Die ehren­amt­li­chen Vogel­kundler nehmen alljähr­lich mehr als 50 Vogel­arten HSK-weit unter die Lupe, und stellten ihr Ergebnis beim Jahres­treffen im Kloster Bredelar vor. Knapp 25 Orni­tho­logen disku­tierten dort die Ergeb­nisse ihrer Bestands­auf­nahmen der Brut­saison 2008.

    Zu den Vögeln, die in der Agrarlandschaft leben, gab es schlechte Nachrichten. War die Feldlerche vor wenigen Jahrzehnten überall in der Feldflur zu hören, gingen die Bestände seitdem drastisch zurück. Auf vielen Acker- und Wiesenflächen des mittleren Sauerlandes, beispielsweise im Stadtgebiet Meschede, ist sie bereits ausgestorben.

    Intensive Landwirtschaft

    "Der Grund für den starken Rückgang der Feldlerche wie auch der meisten anderen ehemals häufigen Feld- und Wiesenvögel wie Kiebitz, Feldsperling und Rebhuhn ist in der intensiven Landwirtschaft zu finden", erläutert Harald Legge von der Arbeitsgemeinschaft. "Die Äcker und Wiesen werden heutzutage so intensiv landwirtschaftlich bearbeitet, dass es Vögeln des Offenlandes immer schwerer und oft unmöglich ist, erfolgreich Junge großzuziehen." Denn durch die starke Düngung wachsen die Gräser und Getreidehalme im Laufe des Frühjahres so dicht und hoch, dass die Vögel ihr Revier oft verlassen. Brüten sie doch Küken aus, finden diese in der mit Insektiziden und anderen Giften behandelten Landschaft oft nicht ausreichend Insekten.

    Beim Neuntöter kommen weitere Probleme hinzu. Die Art brütet in strukturreichen, mit Hecken und Büschen gesäumten Gegenden. Solche Strukturen sind aber in der oft aufgeräumten Landschaft rar geworden und nehmen weiter ab. Außerdem profitierte der Neuntöter von dem früher überall weidenden Vieh, das mit seinem Dung vielen Großinsekten Nahrung bot, von denen wiederum diese Vogelart lebte. Mehrjährige Untersuchungen der HSK-Ornithologen in der Medebacher Bucht zeigen ganz deutlich: Wo die Rinderwirtschaft aufgegeben wurde, ging auch der Neuntöterbestand zurück.

    Daher fordern Naturschützer seit langem, die Landwirtschaft zu extensivieren. Die Bauern müssten dann für Einkommensverluste durch staatliche Naturschutzprogramme ausgeglichen werden, wenn sie naturschutzgerecht wirtschaften. Dies geschieht auf einem kleinen Teil der Nutzflächen bereits.

     


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