
Brilon, 08.02.2012 01:30 Uhr
Fit für die mediale Zukunft: Unter diesem Motto wurde Ende letzten Jahres ein Pilotprojekt zum Thema soziale Netzwerke an Briloner Schulen durchgeführt. Projektträger war der Schmallenberger Verein Ensible, der sich seit 2006 für die Kultur-und Jugendförderung im Sauerland einsetzt.
"Facebook, Twitter und vergleichbare soziale Netzwerke sind für Jugendliche von zentraler Bedeutung", erklärt Yao Houphouet, Erster Vorsitzender des Vereins und Projektkoordinator des Social Network Trainings. "Aber es fehlt den Schülern oftmals an Leitfäden, wie diese Online-Portale im vollen Umfang genutzt werden können, ohne dabei auf persönlichen Datenschutz verzichten zu müssen."
Genau dort setzt der Verein Ensible mit seinem Projekt an. Frühzeitig sollen die Jugendlichen an das Thema Datenschutz im Internet herangeführt und darauf aufmerksam gemacht werden, dass bestimmte Daten nicht ins Internet gehören. Doch auch das Thema Umgangsformen im Internet und vor allem das Thema Cyber-Mobbing wird von den Dozenten angesprochen.
So war es kaum verwunderlich, dass die Briloner Schulleiter der Heinrich-Lübke-Schule, der Marienschule und des Gymnasiums Petrinum interessiert waren, mit ihren Jahrgangsstufen sieben und acht an diesem Pilotprojekt teilzunehmen
Der Rektor der Marienschule erklärte, dass sie bereits zum Thema Internetsicherheit mit der Kreispolizei kooperieren und auch gegen Mobbing präventiv vorgehen. "Nichtsdestotrotz haben wir das Angebot des Vereins für eine Nachmittags-AG gerne angenommen", sagte Michael Stratmann. Mit einem Schmunzeln fügte er hinzu: "In Sachen Internetkompetenz sind die Schüler vielen Lehrern haushoch überlegen. Zwei junge Computerexperten, die den Schülern auf Augenhöhe begegnen, kommen da noch überzeugender an als wir Lehrer." "Den Schülern selbst ist es wichtig, an diesem Projekt teilzunehmen, obwohl die Kurse nachmittags, außerhalb der Unterrichtszeit, stattfinden", beobachtete Sabine Michels, Mathematik- und Informatiklehrerin am Petrinum. "Bereits während der Projektvorstellung waren viele Schülerinnen und Schüler Feuer und Flamme." Auch die Eltern begrüßten die Initiative.
Die Lehrkräfte haben beobachtet, dass die Kurse das Medienverhalten der Schüler verändert haben. Die Veranstalter betonen, dass sie von der Nachhaltigkeit ihres Konzepts überzeugt sind. "Aber dass wir bei nahezu 90 Prozent der Teilnehmer eine wirkliche Veränderung im Online-Verhalten erreichen konnten, ist ein sehr großer Erfolg", freut sich Angela Wied und fügt hinzu: "Genau deshalb ist es wichtig, dass die nachfolgenden Jahrgänge ebenfalls die Chance bekommen, an diesem Projekt teilzunehmen." Ähnlich sehen das auch die Pädagogen der Briloner Schulen. Mit großer Mehrheit sprachen sie sich für eine Fortführung aus.
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