
Wilnsdorf, 03.02.2010 01:45 Uhr
Schon vor einem Jahr hatten die Wilnsdorfer Liberalen einen Antrag im Gemeinderat gestellt, am 10. März — dem internationalen Tibet-Gedenktag — vor dem Wilnsdorfer Rathaus die tibetische Flagge zu hissen. Dieser Antrag wurde damals von der CDU-Mehrheit von der Tagesordnung genommen, weil dieses Thema vorgeblich nicht zu den gemeindlichen Aufgaben gehöre.
In einer Pressemitteilung weisen die Fraktion FDP und unabhängige Bürger nun darauf hin, dass man sich zwischenzeitig kundig gemacht habe und rechtlich der Aktion nichts entgegen stehe. Laut Bundesverfassungsgericht dürfen sich Kommunen auch zu Themen zu Wort melden, die nicht zu ihren direkten Aufgaben gehören. Daher werde die Fraktion zur nächsten Ratssitzung am Donnerstag diesen Antrag erneut einbringen. Denn von Jahr zu Jahr nähmen mehr Kommunen in Deutschland an der Tibet-Flaggenaktion teil, die das freie Selbstbestimmungsrecht der Tibeter unterstützen wollen. In diesem Jahr seien es schon mehr als 1000, darunter nicht nur sechs Landeshauptstädte wie Hannover, Stuttgart und Magdeburg, sondern auch viele hiesige Kommunen, wie etwa Hilchenbach, Kreuztal, Neunkirchen, Haiger oder Herborn. Durch die Ereignisse im Olympiajahr 2008 sei der Weltöffentlichkeit klar geworden, wie wichtig dieses Anliegen sei.
"Das Selbstbestimmungsrecht der Völker haben die Deutschen immer für sich beansprucht, solange ihr Land geteilt war. Das sollte man auch anderen Völkern zugestehen. Wir sind der Meinung, dass es Wilnsdorf gut anstehen würde, hier ebenfalls mitzumachen", so Matthias Rink, der stellvertretende Vorsitzende der Wilnsdorfer Liberalen Ratsfraktion. Weltoffen, modern, zukunftsorientiert, so sehe sich Wilnsdorf gerne. Dazu gehöre jedoch auch, dass man über den eigenen Tellerrand blicke und sich die "Provinzposse von vor einem Jahr nicht wiederholt".
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