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Frage von Leben und Tod

Kreis Olpe, 12.02.2012 02:00 Uhr

Anläss­lich aktu­eller Meldungen, wonach die Zahl der Organ­spenden im vergan­genen Jahr deut­lich gesunken ist (7,4 Prozent), wies der südwest­fä­li­sche CDU-Euro­pa­ab­ge­ord­nete Peter Liese bei einem Gespräch mit dem Vorsit­zender des Verwal­tungs­be­zirks Lüden­scheid (zuständig für die Kreise Olpe, Siegen-Witt­gen­stein und den Märki­schen Kreis) der Ärzte­kammer West­fa­len-Lippe, Dr.

Rainer Pfingsten, noch einmal nachdrücklich darauf hin, dass die geplante gesetzliche Neuregelung der Organspende in Deutschland schnell vom Bundestag verabschiedet werden müsse.

"Eine Verbesserung zur derzeitigen Lage bedeutet, dass wir täglich Menschenleben retten können. Der Gesetzgeber sollte daher schnell die im europäischen Ausland bewährten Maßnahmen im Sinne der Patienten auf den Wartelisten umsetzen", so Liese.

Für eine Steigerung der Spenderzahlen ist nach Auskunft des Arztes und Europaabgeordneten in erster Linie eine verbesserte Organisation in den Krankenhäusern notwendig. "Das Thema Organspende genießt in unseren Krankenhäusern nicht die nötige Priorität, wie beispielsweise in Spanien, wo es mit 34,4 Spendern pro Millionen Einwohner mehr als doppelt so viele Organspenden gibt als in Deutschland mit 14,7 (2011)."

Insbesondere die Bitte um eine Entscheidung der Angehörigen ist die schwierigste Frage inmitten einer Situation von Trauer und Verzweiflung. Die Ärzte werden in der Ausbildung meist nicht auf diese Gespräche vorbereitet, hinzukommen Arbeitsüberlastung und Zeitmangel. Daher sollten, wie in Spanien, diese Aufgaben von Transplantationskoordinatoren übernommen werden, die gezielt und ohne Zeitdruck die Gesamtorganisation übernehmen können".

Dr. Pfingsten wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass alle Krankenhäusern in seinem Verwaltungsbezirk, die einen Transplantationsbeauftragten haben sollten, der sich neben seiner Tätigkeit als Arzt, auch um die Transplantation kümmern soll, auch einen haben: "Aber das eigentlich traurige ist, dass diese Transplantationsbeauftragten häufig mehr auf dem Papier stehen, als das sie wirklich eine Aufgabe erfüllen. Aber nicht deswegen, weil sie keine Lust dazu haben, sondern einfach, weil es auch verwaltungsseitig erwartet wird, dass sie sich um ihre rein ärztliche Aufgabe kümmern, für die sie angestellt sind, aber eben nicht um ihre freiwillige Aufgabe, als Transplantationsbeauftrage".

Liese begrüßte ebenfalls die von den Regierungsfraktionen vorgesehene Einführung der Entscheidungslösung. "Es ist im jeden Fall sinnvoll, wenn sich Menschen grundsätzlich mit dem Thema beschäftigen müssen und eine Entscheidung treffen. Vor allen Dingen würde dies den Angehörigen in einer schwierigen Situation helfen."


 


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