
Sauerland, 07.09.2010 15:54 Uhr
Eigentlich ist es nur ein winziger Hinweis, die Wahrhaftigkeit seines Inhaltes ist bis heute nicht definitiv bewiesen, trotzdem lässt der Eintrag des Priors Johannes Kleinschmitt aus dem 16. Jahrhundert in einem Nekrolog annehmen, dass es vor 800 Jahren einen verheerenden Brand im Kloster Wedinghausen in Arnsberg gegeben hat.
Stadtarchivar Michael Gosmann hat das Dokument, dessen Original im Staatsarchiv in Münster untergebracht ist und die kleine Notiz enthält, genau studiert: „Der Prior hat dort eingetragen: ‘Ein elender Brand des Klosters’ mit dem Verweis auf das Jahr 1210. Man fragt sich heute, woher er das wusste. Ob die Kirche zerstört wurde oder umliegende Gebäude betroffen waren ist ungewiss.“ Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass der Prior eine Notiz gefunden habe, die auf den Brand hinweist aber heute nicht mehr existiere. Nur durch den Eintrag in dem Nekrolog, einem Totenbuch aus Pergament, das nach Tagen geordnet ist, wisse man heute überhaupt davon.
Beim Bau des Lichthauses vor einigen Jahren wurden Wissenschaftler auf einen Holzkohlehorizont unter der Erde aufmerksam. „Dies könnte ein Hinweis auf ein Feuer sein, ist aber längst kein Beweis.“ Theorien gibt es viele, wirkliche Beweise zu finden ist allerdings schwer. „Ein Fall wie dieser zeigt einmal mehr, wie schwierig und spannend zugleich unsere Arbeit ist.“ In jedem Fall kann Michael Gosmann sagen: „Es stellt sich immer mehr heraus, dass das Kloster Wedinghausen zur damaligen Zeit ein sehr bedeutendes Kloster gewesen ist.“
Heute ist der Ort durch die Neugestaltung und den Bau des Lichthauses wieder neu belebt und durch die Ansiedelung des Stadtarchivs trotzdem mit der Vergangenheit verbunden. „Der Begriff Wedinghausen kommt wieder in Fahrt“, freut sich Gosmann.
„Begehbar und wahrnehmbar“
Die positive Entwicklung bestätigt Stadtsprecher Dirk Hammel: „Der Ort ist wieder begehbar, wahrnehmbar und vorzeigbar.“ Zusammen mit dem Gymnasium, der ehemaligen Klosterschule, der Bücherei, dem Stadtarchiv und dem vom Arnsberger Heimatbund wieder zugänglich gemachten Klosterbierkeller seien die historischen Wurzeln mit der modernen Zeit verknüpft worden.
Die Buchreihe „Architecture Now!“ gilt als eine Art „Who’s Who“ der Architektur. Sie bildet ein mehrsprachiges Nachschlagewerk über die Architektur des 21. Jahrhunderts und wird von Philip Jodidio herausgegeben. In der aktuellen Ausgabe wird auf vier Seiten unter der Überschrift „Diaphanous Space“ die Neugestaltung des Arnsberger Klosters Wedinghausen mit eindrucksvollen Fotos und Skizzen präsentiert. Zu den in „Architecture Now! 7“ gezeigten baulichen Großprojekten zählen der futuristisch anmutende CCTV Tower in Peking und der Burj Khalifa.
Weitere Informationen gibt es auch unter www.kloster-wedinghausen.de und www.lichthaus-arnsberg.de
Foto und Text: Rebecca Rath
* Bitte halten Sie sich an die Netikette und vermeiden persönliche Anschuldigungen, Beleidigungen und Ähnliches. Verbreiten Sie außerdem keine Unwahrheiten, Vermutungen, Gerüchte sowie rufschädigende oder firmeninterne Informationen. Beachten Sie die Rechte Anderer und urheberrechlich geschützter Quellen. Bei rechtlichen Verstößen haften Sie in vollem Umfang. Aus diesem Grund sind wir gezwungen, Ihre IP-Adresse und Ihren Provider zu speichern. Mit dem Speichern Ihres Kommentars erklären Sie sich mit diesen Regelungen einverstanden.
- Die große Wochenzeitung im Sauerland