
Hochsauerland, 09.03.2010 16:45 Uhr
Wiederanstieg der Kriminalität, mehr Gewalt, jeder dritte Schläger alkoholisiert, boomender Computerbetrug: Die Kriminalitätsbilanz 2009 für den Hochsauerlandkreis, welche am vergangenen Montag von Landrat Dr. Schneider und zuständigen Beamten der Kreispolizeibehörde HSK vorgelegt wurde, weist in allen Bereichen Zuwächse auf, insbesondere bei Körperverletzungen, Diebstählen und Betrügereien.
Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten ist wieder angestiegen, um 8,5 Prozent auf 15.275 Fälle. Erstmalig nach drei Jahren wurde wieder die 15.000-Marke überschritten. Alle 34 Minuten hat sich im HSK eine Straftat ereignet. "Die Zahlen stellen die Realität im HSK dar", so die Einschätzung von Hans-Jürgen Baum, Leiter Direktion Kriminalität der Kreispolizeibehörde, der auch einen Zusammenhang mit der gesamtwirtschaftlichen Lage nicht ausschließt: "Wirtschaftliche Krisen beeinflussen immer auch das Kriminalitätsbild", so Baum.
Landrat Dr. Schneider, als Chef der Kreispolizeibehörde, will so weit nicht gehen und verwies darauf, dass die Statistik in den Jahren 2001 bis 2005 höhere Zahlen ausgewiesen hätte und sich die Situation nach Jahren der Entspannung von 2006 bis 2008 nun erstmalig wieder verschlechtert habe. "Wir lagen schon höher. Ich will nichts verharmlosen, aber man muss die Entwicklung auch aus diesem Blickwinkel betrachten."
Bei Vergleich der Städte im Hochsauerlandkreis weisen Sundern (plus 40,5 Prozent), Winterberg (plus 23,7 Prozent), Schmallenberg (plus 22,5 Prozent) und Brilon (plus 20,8 Prozent) die stärksten Zunahmen an Kriminalität auf. "Gibt es in allen Bereichen Zuwächse, kommen schnell mal solch hohe Zahlen zustande", erklärt Baum.
Bei den Gewaltdelikten, die um 7,4 Prozent auf 496 Fälle zunahmen, bereitet der Polizei vor allem die Gruppe der jungen Erwachsenen Sorgen. Knapp die Hälfte der Täter war jünger als 21 Jahre, oft unter Alkoholeinfluss. "Eine bedauerliche Entwicklung, die die Gesellschaft und nicht die Polizei zu verantworten hat", sagte der Landrat. Trotz gestiegener Kriminalität lässt Hans-Jürgen Baum keinen Zweifel daran, "dass der Hochsauerlandkreis nach wie vor eine der sichersten Regionen in Nordrhein-Westfalen ist."
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