
Attendorn, 01.09.2010 01:30 Uhr
Viele Kinder, die zweisprachig aufwachsen, besuchen nachmittags zusätzlich noch einen muttersprachlichen Unterricht. Anfang des Jahres fragte Ali Atilgan seine aus Polen stammende Mutter, warum er nicht Polnisch lernen kann. Seine Mitschüler der dritten Klasse aus Spanien, Italien und Griechenland gehen doch auch nachmittags in die Schule, um ihre Muttersprache zu lernen.
Für Ali steht fest, dass er auch die Sprache seiner Mutter lernen will, denn schließlich besteht ein enger Kontakt zur Familie nach Polen. Etwas verwundert über den energischen Wunsch ihres Sohnes telefonierte Barbara Springmann mit dem Schulamt in Olpe. Sie erfuhr, dass bereits seit dreizehn Jahren für Kinder in NRW die Möglichkeit besteht, im Rahmen des muttersprachlichen Unterrichts Polnisch zu lernen, es im Kreis Olpe bisher aber kein Angebot für polnische Kinder gibt.
Um so einen Unterricht durchführen zu können, müssten mindestens fünfzehn Kinder daran teilnehmen. Da ihr Sohn Ali hartnäckig an seinem Wunsch festhielt, beschloss Barbara Springmann, das Projekt "polnische Schule" in die Hand zu nehmen. Sie startete einen Aufruf in den Zeitungen, und schnell meldeten sich über 20 Eltern, deren Kinder auch Interesse an dem muttersprachlichen Unterricht in Polnisch zeigten.
Sie gründeten eine Elterninitiative, und der Grundstein zur ersten polnischen Schule im Kreis Olpe war gelegt. Auch Halina Böhm, Mitglied im Verbund der Polnischlehrer in Deutschland, las den Aufruf. Sie setzte sich mit Barbara Springmann in Verbindung und war begeistert von der Idee. Sie beschloss, beim Schulamt eine aussagekräftige Bewerbung als Lehrerin für den muttersprachlichen Unterricht einzureichen und erhielt eine Zusage. Sie lernte die Eltern kennen und ist begeistert von ihrem Engagement. fi Seite 48
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