
Siegerland, 04.10.2009 01:30 Uhr
Im Einzelhandel vollziehen sich drastische Änderungen. Das wird insbesondere an der Insolvenz großer Warenhäuser deutlich. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung für den Facheinzelhandel vor Ort? Wer wird Gewinner, wer Verlierer sein? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des ersten gemeinsamen Handelsforums der drei südwestfälischen Industrie-und Handelskammern, das in Siegen stattfand.
Der Einzelhandel steht unter einem hohen Anpassungsdruck. Dabei eröffnet ihm die demographische Entwicklung neue Chancen. Der Handel findet den Weg zurück in die Stadtmitte. So lassen sich die wichtigsten Ergebnisse zusammenfassen.
Prof. Joachim Zentes, Direktor des Instituts für Handel & Internationales Marketing (H.I.MA.) der Universität des Saarlandes, zeigte die Trends der nächsten fünf Jahre auf: Die Hersteller betreiben zunehmend eigene "Stores" und "vertikale" Konzepte gewinnen an Bedeutung. Anders als im klassischen Facheinzelhandel sind die Herstellung und der Warenverkauf ohne weitere Handelsstufen miteinander verknüpft. Hierdurch gelingt es, die Warenkollektion immer auf dem neuesten Stand zu halten.
"Wer in diesem Wettbewerb bestehen will, muss neue, eigene Strategien entwickeln", so Zentes in seinem Vortrag. Wichtig seien ein klarer Marktauftritt, gut qualifizierte, motivierte Mitarbeiter sowie eine Verbesserung aller betrieblichen Prozesse. Die älter werdende Bevölkerung honoriere zunehmend auch Serviceleistungen, erklärte Zentes. Hier könne sich der Einzelhandel profilieren.
Mit Thomas Weissner, Leder-Jaeger, Siegen, Dietrich Berkenhoff, Modehaus Berkenhoff, Iserlohn, und Thomas Hollweg, Fa. Sonneborn/Fa. Möbel-Zimmermann, war das Podium der Veranstaltung mit erfolgreichen heimischen Unternehmern besetzt. Sie zeigten, dass auch der heimische Einzelhandel der schwierigen Wettbewerbssituation erfolgreich mit neuen strategischen Ansätzen begegnet.
Dass die Städte und Gemeinden heute alle Instrumente zum Schutz des innerstädtischen Einzelhandels in der Hand haben, machte eine Vertreterin des Landes deutlich. Dazu müssen sie ihre Vorstellungen zur künftigen Entwicklung in einem Einzelhandelskonzept niederlegen, wie Jörg Lehnerdt, Vertreter einer Kölner Unternehmensberatungsgesellschaft, zeigte.
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