Die Sorgen reißen nicht ab 

Tierheim Brilon steht vor ungewisser Zukunft

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Das Gebäude an der Wülfter Straße in Brilon ist in die Jahre gekommen. Wie es mit dem Tierheim weitergeht, die Frage beschäftigt die Mitglieder des Tierschutzvereins bei der nächsten Versammlung

Brilon.Die Sorge um das Fortbestehen des Tierheims Brilon nimmt nicht ab. Ende Februar/Anfang März treffen sich die Mitglieder des Tierschutzvereins Brilon zur Versammlung. Vor zwei Jahren hatten die Tierfreunde vor einem Scheideweg gestanden: schließen oder weitermachen? Damals hatten sich die Mitglieder bei der Versammlung einvernehmlich für den Neubau des Tierheims entschieden. Auch wenn bereits Spenden und Sponsoren für das Projekt gesammelt werden, steht die Zukunft des Tierheims in den Sternen.

Nicht nur der Bau vom Ende der 70er ist in die Jahre gekommen und von Schimmel und Pilz befallen. Wie der SauerlandKurier im September berichtete, schwinden auch langsam die Reserven für den täglichen Betrieb im Zuge der gestiegenen Kosten. Wie berichtet, müsse für Tierarzt und Lohnkosten mehr aufgewandt werden, zudem würden die Energiekosten sowie teure Desinfizierungsmaßnahmen ins Kontor schlagen. Hatte sich früher der Tierheimbetrieb gerechnet, kann das Tierheim die laufenden Kosten heute nicht mehr stemmen, hatte Heike Vieten vom Tierschutzverein Brilon erklärt. Der Betreuungsvertrag mit den Kommunen des Altkreises sowie Willingen decke die Hälfte des Jahresbedarfs im Tierheim. Die andere Hälfte müsse der Tierschutzverein stemmen. 55.000 bis 60.000 Euro seien das im Jahr für den Verein.

Im Gespräch ist man mit den sieben Kommunen, die das Tierheim mit einer Pauschale unterstützen: Brilon, Olsberg, Marsberg, Willingen, Winterberg, Medebach und Hallenberg. „Wir müssen erst einen Finanzplan haben“, sagte Brilons Ordnungsamtleiter Marcus Bange auf Anfrage des SauerlandKurier. „Alle Städte haben gemeinsam gesagt, ohne Finanzplan können wir nichts machen.“ Der Tierschutzverein seinerseits sieht sich nicht in der Lage ein Finanzierungskonzept aufzustellen. „Wir können nach Spendern und Sponsoren suchen, aber wie der Rest finanziert werden soll, wissen wir nicht. Uns wird doch keine Bank einen Kredit geben“, so Heike Vieten.

Die Stadt Brilon zahlt an das Tierheim Brilon 66 Cent pro Einwohner, andere beteiligte Kommunen steuern 51 Cent pro Einwohner bei. „Gesetzlich ist ein Betrag nicht festgelegt“, erklärt Bange. Verpflichtet seien die Kommunen Fundtiere aufzunehmen. Das heißt Hunde mit Hundemarke und gechipte Katzen. „Wir sind nicht verpflichtet herrenlose Tiere aufzunehmen“, betonte Bange. Wo man die Fundtiere unterbringt, sollte es das Tierheim Brilon einmal nicht mehr geben, darüber haben sich die Kommunen noch keine konkreten Gedanken gemacht. „Wir werden erst einmal abwarten, was sich ergibt“, so Marcus Bange.

Ob man sich zur einer Schließung durchringen werde, dazu möchte der Tierschutzverein Brilon zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellungnahme abgeben, um der Mitgliederversammlung nicht vorzugreifen. 

Der Termin für die Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Brilon wird noch über die Presse rechtzeitig bekannt gegeben

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