
Marsberg, 05.02.2012 02:00 Uhr
Mit der Grundsteinlegung für das neue Haus im LWL-Wohnverbund verbinden sich viele Hoffnungen, Erwartungen und Vorfreude bei den zukünftigen Bewohnern und ihren Betreuern - aber auch bei Leitung und Mitarbeitern der LWL-Einrichtungen und den beteiligten Politikern der Stadt Marsberg und des Kreises.
Die Leiterin des LWL-Wohnverbundes in Marsberg Andrea Engelmann war federführend an der konzeptionellen Entwicklung des neuen Wohnhauses beteiligt: "Eine Grundsteinlegung symbolisiert etwas Neues, an das Erwartungen, Hoffnungen und Träume geknüpft sind", sagte sie bei der Begrüßung. Das neue "Haus 33" wird auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern vier Wohngruppen mit je sechs Bewohnern eine neue Heimstätte geben. Die gesamte Baumaßnahme kostet rund 2,3 Millionen Euro.
Für Bürgermeister Hubertus Klenner war besonders erfreulich, dass ein großer Teil der Arbeiten an Firmen aus der Region vergeben wurden. Er strich seine persönliche Verbundenheit mit den LWL-Einrichtungen heraus.
LWL-Krankenhausdezernent Dr. Meinolf Noeker begrüßte zujnächst die Hauptpersonen: Die zukünftigen Bewohner von Haus 33: "Denn um ihre Wohnqualität, um ihre Inklusion geht es." Damit war das Stichwort gegeben für den Leitgedanken, welches den Wohnverbund dazu bewegt hat, das Projekt in Angriff zu nehmen: Das Wohnungsangebot für psychisch Kranke, die der ständigen Betreuung bedürfen sollte dezentralisiert werden, damit sie mehr am allgemeinen Leben teilhaben können. Außerdem sollte der Heimcharakter aufgebrochen werden; Einzelzimmer statt Mehrbettzimmer, lautete die Devise.
Den Rahmen stecken die Behindertenrechtskommission, sowie das Wohn- und Teilhabegesetz des Landes NRW ab, die unter der Prämisse "ambulant vor stationär" genaue Vorgaben machen, wie das Recht auf Inklusion umgesetzt werden soll. Eine Quote von 80 Prozent Einzelzimmern war nur durch einen Neubau umzusetzen. Von den bereits bestehenden Wohnhäusern wird eines aufgelöst und die anderen beiden in Angebote mit Einzelzimmern umgebaut. Derzeit bietet die LWL 367 Wohnplätze an.
Das Besondere an der neuen Einrichtung ist, dass hier die Forderung nach gesellschaftlicher Teilhabe für Klienten mit einem teils hohen Unterstützungsbedarf realisiert werden soll. Ständige Betreuung sowie ärztliche Versorgung - wenn erforderlich - sind beim Neubau durch die Kliniknähe gegeben. Der stellvertretende Landrat Rudolf Heinemann bezeichnete den Neubau als eine wichtige Weichenstellung, die den Standort Marsberg festige. "Sie investieren hier in Substanz und Qualität", erklärte er. Generell schätze er die Arbeit der LWL-Kliniken: "Sie legen die Messlatte hoch, sind immer auf der Höhe der Zeit und demonstrieren verantwortungsvolles Handeln."
Für die Bewohner der Wohngruppen sprach Aleksander Dridiger, der neu gewählte Vorsitzende des LWL-Wohnverbundbeirats seinen Dank aus. Er erzählte, dass die Erwartungen sehr hoch seien und dass Freude aufkomme, beim Anblick der Baustelle. Die künftigen Bewohner gestalteten das musikalische Programm, mit einer eigens für diesen Anlass gegründeten Percussions-Gruppe.
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