
Kreis Olpe, 03.02.2010 13:15 Uhr
Von einem niedrigen Niveau aus verbessern sich die Aussichten des Einzelhandels. Gut für die Region ist, dass auch in weiten Teilen der Industrie die Erwartungen besser geworden sind. Immerhin arbeitet fast jeder zweite Beschäftigte direkt in diesem Sektor. Sorgenkind bleibt allerdings der Maschinenbau. Wegen des anhaltend niedrigen Auftragseingangs beurteilen die Unternehmen die weitere Entwicklung skeptisch.
Die Umsatzentwicklung der Industrie war 2009 enttäuschend. Bis zum November gab es über alle Industriebranchen hinweg Einbußen von durchschnittlich 19 Prozent. Statt 12,9 Milliarden Euro 2008 wurden 2009 nur noch 10,4 Milliarden Euro Umsatz erzielt.
Den Betrieben fehlen fast 2,5 Milliarden Umsatzerlöse. Dieser Schock wirkt nach und muss zunächst einmal verdaut werden. Für die weitere Entwicklung der Industriekonjunktur ist entscheidend wie sich die wichtigsten Auslandsmärkte entwickeln. Hier liegen die Hoffnungen vor allem auf den Wachstumsmärkten China und Indien. Die Inlandsnachfrage beurteilen die Industrieunternehmen noch sehr zurückhaltend. Risiken sehen sie in steigenden Energie- und Rohstoffpreisen auf der einen und dem Preisdruck der Abnehmer auf der anderen Seite.
Verhalten ist der Ausblick der Bauunternehmen. Über ein Drittel geht von schlechteren Geschäften im Laufe des Jahres aus. Die Unternehmen leiden darunter, dass der Wirtschaftsbau zum Erliegen gekommen ist. Nach einem ordentlichen Weihnachtsgeschäft ist im Einzelhandel wieder Ernüchterung eingekehrt. Die Händler treibt die Sorge um, dass ein schwächelnder Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten auf die Konsumneigung durchschlägt.
Bisher konnten die Auswirkungen der Konjunkturkrise auf den Arbeitsmarkt wegen der Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes auf ein Minimum reduziert werden. Die Verlängerung der Bezugsfrist für das Kurzarbeitergeld ist nach Auffassung von IHK-Präsident Klaus Th. Vetter deshalb genau richtig. "Ob allerdings der Druck aus der anhaltenden Schwäche des Auftragseinganges völlig ohne Auswirkung auf den Arbeitsmarkt bleibt, ist offen", so IHK-Präsident Klaus Th. Vetter. Er begrüßt ausdrücklich die flexible Haltung der Gewerkschaften bei der Verabredung von Maßnahmen zur Sicherung der Beschäftigung im vergangen Jahr und geht davon aus, dass auch bei den anstehenden Tarifverhandlungen Lohnabschlüsse erzielt werden, die der Ausnahmesituation gerecht werden. Dies würde den Unternehmen dabei helfen, die Stammbelegschaft zu halten.
Eine allgemeine Kreditklemme hat die IHK in ihrer Umfrage bei den Unternehmen nicht feststellen können. Zwar klagt jeder vierte Betrieb über schlechtere Finanzierungskonditionen und die Unternehmen befürchten darüber hinaus, dass die schlechten Jahresabschlüsse 2009 diese Situation nicht grundlegend ins Positive wenden. Existenzgefährdend stufen die Unternehmen diese Situation allerdings nicht ein.
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