
Dreis-Tiefenbach, 29.01.2012 01:30 Uhr
Die ambulante ökumenische Hospizhilfe Siegen führt mit viel Engagement und ehrenamtlichen Einsatz an Grundschulen eine Projektwoche zum Thema "Krankheit, Leid, Sterben, Tod und Trauer" durch. Diesmal war die Gruppe an der Dreisbachtalschule in Netphen zu Gast.
Ist dies wirklich ein Thema für Grundschüler im vierten Schuljahr? "Ja" - so kann man nach dieser Projektwoche einhellig feststellen. Schon der zu diesem Thema angesetzte Elternabend überzeugte fast alle der Anwesenden davon, das Thema nicht weiter zu tabuisieren, sondern es offen anzusprechen. Denn Kinder erfahren diese tief in ihre Gefühlswelt eingreifenden und einschneidenden Erlebnisse bereits im Grundschulalter: Ob es nun der Tod der Oma ist, die Nachbarin, die plötzlich im Rollstuhl sitzt oder der Verlust eines geliebten Haustieres - diese Tatsachen sollte und kann man von Kindern nicht fernhalten.Und so gingen die fünf Mitarbeiterinnen des Hospizes Theresia Kämpfer, Renate Schindler-Althaus, Brunhilde Knebel, Marianne Hartmann unter der Leitung von Ulla Krombach-Stettner ganz offensiv mit dem Thema um.
In Kleingruppen bearbeiteten sie jeden Tag einen Unterpunkt, an einem Vormittag stellte sich sogar der Kinderarzt Dr. Martin Krämer den Fragen der Schüler.
Zum Abschluss am Freitag bekamen die Eltern bei einem gemeinsamen Frühstück die Ergebnisse dieser Woche präsentiert. "Wie stelle ich mir den Himmel vor", "Verwandlung und Veränderung", "Krankheiten", "Sterben und Beerdigen", "Trost finden und Trösten" - durchaus schwierige Themen, mit denen sich fast alle Schüler intensiv auseinandersetzten und in Bildern, Plakaten und kleinen Stegreifszenen darstellten.
Aber auch Hoffnung und Zuversicht kann selbst in schwierigen Zeiten wachsen.
Als Symbol hierfür pflanzten alle Kinder eine Blume, die es zu Hause zu hegen und zu pflegen gilt.
Die Klassenlehrerin Birgit Nowak und di Eltern waren von dem Projekt begeistert. "Ich hätte nicht geglaubt, dass unsere Kinder so positiv auf dieses Angebot reagieren", äußerten viele Mütter bei dem abschließenden Präsentationstag.
Im März wird das Projekt in der Parallelklasse durchgeführt.
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