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"Kritisches Verhältnis"

Bestwig, 01.02.2012 01:45 Uhr

Chri­stoph Schwake, Reli­gi­ons­lehrer am Berufs­kolleg Berg­kloster Bestwig, lud Bundes­tags­prä­si­denten Dr. Norbert Lammert nach Bestwig ein und war über­rascht, als er tatsäch­lich zusagte. "Der Papst ist Schuld daran, dass Sie heute hier sind", bemerkte Schwake gegen­über dem Bundes­tags­prä­si­denten.

Im September vergangenen Jahres besuchte Papst Benedikt Deutschland, und Lammert kommentierte dessen Reden. Die Schüler behandelten im Unterricht den Text "Pflichtzölibat" und Texte aus dem Buch "Ich glaube an Gott" von dem engagierten Christen Norbert Lammert. Nach einführenden Worten vom Bundestagspräsidenten schloss sich eine muntere Diskussionsrunde an zum Thema: "Wie viel Glaube braucht mein Leben?".

Auch der Landtagsabgeordnete Hubert Kleff, Bürgermeister Ralf Péus und Pfarrer Günter Eickelmann, Leiter des Pastoralverbundes Ruhr-Valmetal, waren der Einladung gefolgt. Der CDU-Politiker Lammert betonte, dass er die Frage danach, wie viel Glauben ein Mensch braucht, nicht beantworten könne. Der Bedarf an Glaube sei unterschiedlich und die Ration verändere sich im Laufe des Lebens. Er selbst habe den Glauben nie als störend empfunden, sondern er habe ihm Halt gegeben.

"Kirchenzweifel habe ich täglich"

"Glaubenszweifel habe ich nie gehabt, aber Kirchenzweifel habe ich täglich", bemerkt der Katholik Norbert Lammert.

Oft bestehe die Neigung, Glaube, Religion und Kirche nicht zu trennen. Dieses unterscheidet der Bundestagspräsident aber sehr genau.

"Die Gleichsetzung der Begriffe führt gelegentlich zu Spannungen", meint er. Viele Menschen haben Schwierigkeiten mit dem Thema Kirche. Auch die Nachwuchssorgen in Priesterämtern verstärken diese Entwicklung. "Je komplizierter die Welt ist, desto höher ist der Bedarf an Glaube", bemerkte er.

Lammert unterstreicht: "Ich bin kein Theologe und habe kein wissenschaftliches Verhältnis, aber kritisches Verhältnis zu meinem Glauben." Bereits während seines Studiums habe ihn Augustinus enorm beeindruckt. Durch die Lektüre habe er gelernt, selbst Dinge zu hinterfragen.

Auf die Frage, warum es für Lammert so wichtig ist, sich kirchlich zu engagieren, entgegnete er, dass die Institution Kirche genauso wichtig sei wie Sportvereine, Schule und Politik.

"Es wäre alles schwieriger, wenn es diese Institutionen nicht gäbe", sagt er.

 


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