Ausstellung „Dark“ im Zentrum für Lichtkunst

+
Grafische Elemente im Raum: Regine Schumanns Plexiglaselemente „Connect Back To Back“ (2012) in Unna.

Von Marion Gay UNNA - Lichtstrahlen gleiten durch das dunkle Gewölbe, tasten sich entlang der Wände, treffen aufeinander und trennen sich. In der Installation „Sensing the light“ (2015) der niederländischen Künstlerin Diana Ramaekers projizieren drei LED-Projektoren Lichtsäulen in die Dunkelheit. Spiegel werfen das Licht zurück, Lichtnischen entstehen, der Raum bekommt etwas Sakrales.

Die Arbeit ist eine von fünf internationalen Werken zum Thema Licht und Dunkelheit in der Ausstellung „Dark“ im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna.

Dunkelheit verschluckt die Welt um uns herum. Ein Raum ohne Licht, ohne Schatten und ohne Farben hat etwas Beängstigendes. So muss sich der Besucher überwinden, den von Anthony McCall bespielten Raum zu betreten. In der Schwärze des Kellers erzeugt ein Projektor eine Art Tunnel aus Licht, in den man sich wie in einen realen Raum hineinbegeben kann. Genau genommen sind es zwei halbkreisförmige Lichtstrahlen, die sich einander annähern, wie auf der Wand zu beobachten ist. Stoßen die Linien aufeinander, schließt sich das Licht zu einer Röhre. Obwohl nur wenige Meter lang, wirkt diese nahezu unendlich, für einen Moment verliert man jedes Raumgefühl. Verstärkt wird der Eindruck durch aufsteigenden Nebel, der im Licht malerisch schimmert („Meeting you halfway II“, 2009).

Regine Schumanns Werk „Jump!“ (2012/14) ist eine Choreografie in wellenförmigen Acrylglasplatten in phosphoreszierend blauen und roten Farbtönen (Connect Back To Back). Auch hier kann der Besucher mit dem Kunstwerk interagieren, man kann sich durch die im Dunklen leuchtende Landschaft wie durch ein Wellenmeer bewegen, sich von den Farben verschlucken lassen. Zusätzlich intensivieren die aus Lautsprechern klingenden Gedichte von Michel Houellebecq die ort- und zeitentrückte Atmosphäre.

Ebenfalls durchschreiten lässt sich die Installation „Die Nacht ist der Schatten der Erde“ (seit 2005) von Vera Röhm. Die 25 schwarzen Kuben haben den Titel in verschiedenen Sprachen und Schriften ausgestanzt, so in Japanisch, Georgisch, Farsi und Malayalam. Von innen angestrahlt leuchten die Buchstaben und Zeichen in den Raum wie Mahnmale der Völkerverständigung.

Erstmalig sind im Museum für Lichtkunst auch Fotografien zu sehen. Die 14 Bilder der Serie „The Omega Suites“ (1998) der US-Künstlerin Lucinda Devlin, präsentiert von der Galerie m Bochum, zeigen Hinrichtungsräume in US-amerikanischen Gefängnissen. Im kalten Neonlicht deuten die elektrischen Stühle und Krankenhausliegen tragische Geschichten an. Manchmal befindet sich die „Injektionskammer“ hinter Gittern oder Panzertüren, dann wieder gibt es Zuschauerbänke, die im Fall des „Diagnostic and Prosessing Centers“ in Jackson, Georgia aus einer Kirche stammen. Der elektrische Stuhl aus Atmore, Alabama, leuchtet in Knallgelb, weil man noch Farbe vom Lackieren der Schulbusse übrig hatte.

Bis 3.4.2016; nur geführte

Besuche, di – fr 13, 15, 17 Uhr, sa, so 13, 14, 15, 16 u. 17 Uhr; Tel. 02303/ 103751

www.lichtkunst-unna.de

Quelle: wa.de

Kommentare