Sommer-Tour

Simply Red spielen die großen Hits in Mönchengladbach

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Mönchengladbach - Rund 7.500 Zuhörer im Mönchengladbacher Hockeypark sind völlig aus dem Häuschen: Nur einige wenige Songs hält es sie auf ihren Sitzen. Dann ist Tanzen angesagt beim Konzert von Mick Hucknall und Simply Red.

Anderthalb Stunden lang gibt es die bekanntesten Hits der Band, viele "Ohs" und "Ahs" aus dem Publikum bei den wohl vertrauten Songs und vor allem kein Halten: Die Bestuhlung ist schon relativ früh eher Hindernis denn Sitzmöglichkeit. Gleich zu Beginn stürmen die Besucher, die im Innenraum ihren Platz eingenommen haben, in Richtung Bühnengraben und feiern die britische Band mit ihrem Mix aus Pop, Soul und Funk ausgiebig.

Simply Red begeistern in Mönchengladbach

Einen guten Teil zur ausgelassenen Stimmung trägt auch Mick Hucknall bei. Der 56-jährige Frontmann der Band hat beste Laune über den Ärmelkanal an den Niederrhein mitgebracht. Zunächst entschuldigt er sich für mögliche gesangliche Probleme, der Heuschnupfen halte ihn auf Trab. Gar nicht nötig: In Gladbach wird nicht geschnieft, die markante Stimme des Rotschopfes sitzt.

Genauso wie der Hüftschwung des Sängers, der seine Band im vergangenen Jahr nach fünfjähriger Pause reaktivierte und auch gleich eine neue Platte veröffentlichte. "Big Love" wird allerdings im Hockeypark nahezu vollständig ausgespart. Einzig "Shine On", das auch als erste Single ausgekoppelt wurde, bekommen die Fans zu hören.

Stattdessen konzentrieren sich die insgesamt sieben Musiker auf ihre "Greatest Hits", die sich in den vergangenen 31 Bandjahren angesammelt haben - und das sind einige. Gemeinsam haben sie alle, dass sie schon bei den ersten Klängen euphorisch vom Publikum aufgenommen werden. Und natürlich, dass sie mit ihrem Stil-Gemisch den typischen "Simply-Red"-Sound im Hockeypark ausbreiten, der für fröhliche Gemüter und wippende Füße sorgt.

Mit "Holding Back the Years" steht gleich zu Beginn des Auftritts einer der erfolgreichsten Songs in der Simply-Red-Historie auf dem Plan. Hucknall schrieb den Titel im Alter von 17 Jahren. Rund 40 Jahre später kommt er mit umgeschnallter Akustikgitarre, die ersten Klänge alleine zupfend, auf die Bühne und erfährt wilden Applaus. Die Nummer reißt die Leute noch immer mit.

Es folgen Songs wie "Stars", das Barry-White-Cover "It's Only Love", bei dem Hucknall sich zwischendurch bemüht, seine helle Stimme in die Keller-Tonlage des Originals zu transportieren, das durch und durch funkige "The Right Thing" und natürlich "Fairground", das mit seinen Sambaklängen 1995 weltweit ein Hit war. Beim Refrain wird die Bühne in knallbunte Lichter getaucht. Mick Hucknall tanzt, als befände er sich beim Karneval in Rio im Federkostüm auf einem Festwagen. Und die Zuhörer machen mit, werfen die Arme in die Höhe, klatschen in Hände und strengen die Kehlen an.

Bei "Your Mirror" tritt Gitarrist Kenji Suzuki ins Rampenlicht. An seiner extravaganten, im Mosaikstein-Look glitzernden Gitarre gniedelt er mit Sonnenbrille und wallender Mähne kurze Soli. Später dann kommt Ian Kirkham am Saxofon immer wieder mit aufgeblasenen Wangen aus dem Bühnenhintergrund nach vorne.

Zweimal kehrt die Band für Zugaben zurück auf die Bühne. Zum Schluss schießt Mick Hucknall noch ein Panorama-Foto vom Publikum. "Wunderschön", schmachtet er auf Deutsch und ergänzt auf Englisch: "Ihr seid ein sehr gutaussehendes Publikum." Dann fordert er Unterstützung ein: Letzter Song des Konzerts ist "If You Don't Know Me by Now", mit dem in den 1970er Jahren bereits Harold Melvin & The Blue Notes große Erfolge feierten. Und auch für Simply Red ist der Schmachtfetzen zu einem wahren Hit geworden. Alle sollen den Refrain mitsingen, bittet der Sänger, und die Fans leisten gerne Folge. Als Chor sorgen sie für den gefühlvollen Ausklang eines heiteren Abends.

Quelle: wa.de

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