Ärger beim Flug in die Herbstferien: Fluggastrechte kennen und beanspruchen

Es verspricht in diesem Jahr ein wunderbarer Herbst zu werden. Die Herbstferien bieten sich da für einen Kurztrip geradezu an. Warum in der freien Zeit nicht mal in den Süden Reisen?

Im goldenen Oktober zum Beispiel mal nach Mallorca fliegen. Oder nach Antalya. Vom Flughafen Paderborn Lippstadt aus ist das praktisch jeden Tag möglich. In der Regel gibt es dabei auch keine Probleme und alles läuft reibungslos. Was aber, wenn das ausnahmsweise einmal nicht der Fall ist? Was, wenn der Flug Verspätung hat oder gar annulliert wurde? Dann greifen die europäischen Fluggastrechte, die mitunter sogar für eine finanzielle Entschädigung sorgen und dadurch den Ärger zumindest etwas mildern.

Bis zu 600 Euro Entschädigung sind möglich

Grundsätzlich gilt, dass jeder Flugreisende gegenüber der Fluggesellschaft, bei der er gebucht hat, gewisse Rechte geltend machen kann, wenn sein Flug annulliert oder überbucht wurde bzw. erst mit erheblicher Verspätung gestartet ist. Die Gesellschaften müssen dabei entweder für eine alternative Beförderung sorgen oder den Flugpreis zurückerstatten. Darüber hinaus kann der Fluggast unter bestimmten Umständen auch eine finanzielle Entschädigung fordern. So sieht es jedenfalls das EU-Recht vor.

Zumeist werden finanzielle Entschädigungen im Zusammenhang mit verspäteten Flügen gezahlt. Dabei gilt es zwei wesentliche Punkte zu beachten. Zum einen muss die Verspätung mehr als drei Stunden betragen. Zum anderen spielt die Entfernung zum Zielort eine Rolle. Hat also beispielsweise ein Flug eine Verspätung von drei Stunden oder mehr und liegt der Zielflughafen 1.500 Kilometer oder weniger entfernt, dann steht dem Fluggast eine Entschädigung von 250 Euro zu. Bei einer Entfernung von mehr als 1.500 Kilometern beträgt die zu zahlende Entschädigungssumme 400 Euro, bei mehr als 3.000 Kilometer gibt es sogar 600 Euro.

Was bedeutet das nun konkret? Angenommen ein Passagier möchte vom Flughafen Paderborn-Lippstadt nach Palma de Mallorca fliegen, sein Flug hat aber mehr als drei Stunden Verspätung, dann kann er von der Fluggesellschaft 400 Euro an Entschädigung fordern, weil Palma rund 1.800 Kilometer von Paderborn entfernt liegt. Möchte er hingegen nur nach München fliegen, gibt es aufgrund der geringeren Entfernung nur 250 Euro.

Spezielle Dienstleister zur Unterstützung nutzen

In der Regel zahlen Fluggesellschaften freilich nicht von sich aus eine Entschädigung. Der Passagier muss sich vielmehr konkret darum bemühen. Das kann durchaus aufwendig und langwierig sein. Spezielle Dienstleister wie etwa flightright bieten deshalb im Internet ihre Hilfe an. Sie verhandeln mit der Fluggesellschaft und leiten gegebenenfalls auch juristische Schritte gegen sie ein. Das Kostenrisiko trägt dabei allein der Dienstleister. Im Erfolgsfall gehen allerdings auch 25 Prozent der Entschädigungssumme plus Umsatzsteuer an flightright.

Fluggastrechte auch wirklich wahrnehmen

Die Fluggastrechte, die in allen Ländern der EU gelten, bieten Passagieren zumindest einen gewissen Ausgleich bei Verspätungen oder Annullierungen von Flügen. Sie sind damit den Fluggesellschaften nicht hoffnungslos ausgeliefert oder auf deren Wohlwollen angewiesen. Problematisch scheint jedoch zu sein, dass es die Gesellschaften ihren Kunden derzeit noch nicht gerade einfach machen, um ihre Rechte als Fluggast auch wirklich wahrnehmen zu können. Bis eine Entschädigung wirklich gezahlt wird, gehen oft Monate ins Land. Das kostet zumeist nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Kein Wunder also, dass findige Dienstleister da ein Geschäftsmodell für sich entdeckt haben. flightright etwa will schon rund 60.000.000 Euro an Entschädigung auf diesem Weg für seine Kunden errungen haben.

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