Bella Figura - BMW 6er Gran Coupé

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Schöne Kurven auf Sizilien: Erste Eindrücke vom viertürigen BMW 6er Gran Coupé.

Die Liebe eines Italieners zu den Kurven seines Autos ist ehrlich und leidenschaftlich und nur übertroffen von den Gefühlen für Mama...

Eine logische Konsequenz, dass BMW für die Präsentation seines viertürigen 6er Gran Coupés Italiens südlichste Insel Sizilien erwählte. Dort, wo der Ätna ebenso wie das Temperament brodelt, dürfen wir die Edelkarosse für einen ersten Eindruck testen. Sie verführt in Frozen Bronce, einer eigens entwickelten Lackierung. Diese erinnert an schokoladiges Eis, das – soeben aus seiner Verpackung befreit – noch von Reifkristallen glitzert. Wenn das nicht Lust auf Freude am Fahren weckt …

"Bella Macchina, bella Figura" tönt es begeistert aus einem Bus mit offenen Türen, als wir durch Palermo fahren. Und eigentlich wäre mit diesen anerkennenden Ausbrüchen dunkelhaariger Männer mit Spiegelbrillen schon alles auf den Punkt gebracht. Einfach schön, dieser Wagen …

Die athletische Rückenansicht

Doch nun ausführlicher: Das erste viertürige Coupé der BMW-Geschichte – eine Liaison aus sportlicher 6er und luxuriöser 7er Reihe – ist eine Ode an Ästhetik und Komfort. Seine Seitenlinie schmeichelt dem Auge: angefangen bei der langgezogenen Motorhaube über das gestreckte Dach hin zu den klaren Konturen am Heck. Dabei wirkt der Wagen durch die ausgeprägte obere Sicke und eine zweite Charakterlinie dennoch muskulös. Gut fünf Meter misst der schöne Kreuzer in der Länge, knapp 1,90 Meter in der Breite – womit er satt auf der Straße klebt und die Serpentinen der Landschaft souverän meistert. Doch gut, dass wir uns auf Sizilien bewegen und nicht in Münchens Innenstadt nach einer Parklücke Ausschau halten müssen.

Aber wozu sollte man auch aussteigen? Viel zu angenehm ist das Verweilen in einem Ambiente aus Ledersitzen, Alcantarahimmel und marmorartigen Oberflächen. Erfreulich ist die ebenso einfache wie bequeme Bedienung der Bordinstrumente. Und immer wieder überzeugend: das Head-up-Display in der Frontscheibe, das den Blick sicher auf Siziliens holprigen Straßen hält.

Bequem bedienbare Instrumente in edlem Ambiente.

Darüber flitzen wir locker hinweg, der Fahrerlebnisschalter ermöglicht die Wahl zwischen "Sport", "Sport Plus" und "Comfort". In den ersten beiden Modi ist eine zunehmende Agilität spürbar. Mit "Eco Pro" lässt sich einiges an Sprit bzw. Diesel sparen – nicht schlecht, wenn man weiß, dass der kombinierte Verbrauch z.B. beim Benziner bei rund zehn Litern liegt. Angeboten werden insgesamt drei Motoren: Los geht’s beim 640i mit einem 3,0-Liter-Reihensechszylinder, der mit seinem Turbolader auf 320 PS kommt. Die Alternative wäre der 640d mit einem 313 PS-Reihensechszylinder-Turbodiesel mit zwei Turboladern. Spitzenmodell ist der 650i mit einem 4,4-Liter-V8-Biturbo, der sogar 450 PS leistet. Abgeriegelt wird bei einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h. Ausfahren ist ohnehin unmöglich: 130 km/h zulässige Höchstgeschwindigkeit auf italienischen Autobahnen lassen das nicht zu.

Ganz klar ein BMW: das Coupé.

In der hinteren Reihe lässt es sich derweil gut versinken. Einzig der als fünfter Sitz proklamierte Mittelplatz kann bestenfalls als Notsitz bestehen. Die Rückbank lässt sich übrigens umklappen, sodass der Kofferraum sein Volumen von 460 Litern auf 1295 Liter erweitert.

Ab 2. Juni steht der edle Viertürer mit einem Einstiegspreis von 79.500 Euro beim Händler. Und wir schließen uns dem Urteil der Italiener an: "Bella Macchina".

Katrin Basaran

BMW 6er jetzt auch als Gran Coupé

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