CySec verschärft Richtlinien im Binäre Optionen Trading für mehr Transparenz

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Die zypriotische Finanzaufsicht CySEC hat neue Richtlinien für den Binärhandel erlassen. Diese sollen die Transparenz in diesem Geschäftsfeld erhöhen.

Viele Broker für Binäre Optionen haben sich wegen steuerlicher Vorteile im EU-Staat Zypern niedergelassen und werden von der CySec reguliert. Ab sofort (Mai 2016) gibt die CySec den auf der Insel ansässigen Brokern drei Monate Zeit, um die neuen Richtlinien umzusetzen. 

Hintergrund der Neuregelungen 

Schon seit 2013 verschärft die CySec sukzessive ihre Regulatorien. Beispielsweise schreibt sie seit 2014 Brokern mit einer Lizenz die zwingende Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds ICF vor, der Anlagegelder bis zu 20.000 Euro zu mindestens 90 % vor einer Brokerinsolvenz schützt. Seit dem Aufkommen der Binären Optionen ab 2008 sind Broker in diesem Sektor wie Pilze aus dem Boden geschossen und haben sich in Europa vorwiegend auf Zypern niedergelassen. Das hatte nicht nur steuerliche Gründe. Ein weiteres Motiv war zunächst, dass die dortige Finanzaufsicht lange Zeit im Ruf relativ laxer Kontrollen stand. Das beobachteten die Regulierungsbehörden anderer Staaten rund um den Globus mit Sorge. Gleichzeitig lockt das Steuerparadies Zypern nach wie vor Unternehmen - darunter sehr viele Finanzdienstleister - an. In der EU ist es der attraktivste Standort für Binäre Optionen Broker. Die Kundschaft beobachtet nun genau, welcher dieser Broker eine Lizenz nach den MiFID-Regelungen der Europäischen Union mitbringt. Wenn diese Lizenz wirklich eine Gewähr für eine saubere Arbeitsweise ist, profitieren alle Seiten davon: die Kundschaft, die Broker durch das Vertrauen der Kunden und der Staat Zypern durch die Unternehmensansiedlungen. Daher dürften die Broker die Neuregelungen zügig umsetzen. 

Die neuen CySec Regelungen im Einzelnen 

Die CySec verweist im Eingangstext ihrer neuen Richtlinien darauf, dass sie die bisherige Compliance der Unternehmen für nicht ausreichend hält. Vor allem die Transparenz der Preisstellung für die Basiswerte Binärer Optionen ließe zu wünschen übrig. Deshalb legen die zypriotischen Finanzaufseher ab sofort Folgendes fest:

  • Anleger müssen genauere Informationen zum Basiswert einer Binären Option und seiner Kursstellung erhalten. Dazu gehört der Handelsplatz, von welchem die Daten bezogen werden (etwa WTI Crude Oil von der NYMEX).
  • Die Informationen sind auf der Handelsplattform des Brokers mit einem Link einzublenden.
  • Kursstellungen der Basiswerte müssen ab sofort als Push-Chart sekündlich angegeben werden.
  • Es sind gegebenenfalls Geld- und Briefkurse für Binäre Optionen auszuweisen.
  • Wie Geld- und Briefkurse zustande kommen, muss der Broker auf seiner Handelsplattform ausführlich erklären. Diese Vorschrift zwingt die Broker zu Transparenz hinsichtlich der Frage, wie sie eigentlich ihr Geld verdienen - wenn Binäre Optionen gebühren- und angeblich spreadlos verkauft und zurückgekauft werden.
  • Wenn Kurse nicht realtime zur Verfügung stehen, ist der jeweils letzte bekannte Kurs anzugeben.
  • Kunden müssen der Handelsplattform des Brokers Details zu den Anbietern der Datenfeeds entnehmen können. 
  • Die Arten von Binären Optionen sind noch genauer zu erklären. 
  • Die Mathematik der Gewinn- und Verlustrechnung müssen Broker auf ihrer Plattform künftig in gut verständlicher Form erklären.
  • Nochmals verweist die CySec auf die Pflicht der lückenlosen Dokumentation aller Vorgänge und auf die Pflicht zur Aufbewahrung dieser Dokumentation. Das schreiben die MiFID-Richtlinien der EU ohnehin schon vor.
  • Die Verfügbarkeit einer Binären Option muss noch besser dargestellt werden. Sollte eine Option aktuell nicht verfügbar sein, müssen das Kunden sofort inklusive der Gründe hierfür erfahren. Der Hintergrund ist der Bedarf an bestimmten Optionen zu Zwecken des Hedgings.
  • Für ultrakurze Optionen bis 30 Sekunden Laufzeit entfallen manche Regelungen.

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