Fehlende Krankenversicherung: was droht Betroffenen ohne Versicherungsschutz?

Hierzulande leben etwa 80.000 Menschen ohne Krankenversicherungsschutz – einer Police, die in Deutschland eigentlich Pflicht ist. Die Dunkelziffer ist vermutlich wesentlich höher, in einem Land, in dem gesetzliche Krankenkassen eigentlich kein Mitglied zurückweisen dürfen. 

Doch welche Folgen erwarten Betroffene ohne bestehenden Krankenversicherungsschutz?

Fehlende Krankenversicherungen betreffen insbesondere Selbstständige 

Bei Angestellten oder Empfängern einer Grundsicherung werden die Kosten für die Krankenversicherung partiell oder komplett vom Arbeitgeber oder dem Amt übernommen. Problematisch ist es bei Selbstständigen mit geringem Einkommen, die die Police komplett selbst bezahlen müssen. Obwohl eine fehlende Krankenversicherung in Deutschland nicht strafbar ist, kann diese Entscheidung Betroffene im Fall einer Entscheidung für eine Krankenversicherung teuer zu stehen kommen. Es drohen rückwirkend reduzierte Beiträge, die für den Zeitraum angerechnet werden, in dem die Personen trotz bestehender Versicherungspflicht nicht versichert waren. Allerdings verjähren die Schulden nach vier Jahren. 

Bei fehlender Krankenversicherung drohen Säumniszuschläge 

Dieser Säumniszuschlag wird von Krankenversicherungen mit monatlich einem Prozent des ausstehenden Beitragssatzes berechnet. Der Beitragsrückstand wird auf 50 Euro abgerundet. Automatisch beginnt der Verzug an dem Tag, an dem die Gebühren fällig sind. In Deutschland sind generell auch die Personen krankenversichert, die keinem entsprechenden Versicherungsunternehmen angehören. Auch wenn die Mitglieder privater oder gesetzlicher Versicherungsgesellschaften ihre Beiträge nicht bezahlen, dürfen die Unternehmen ihre Kunden nicht kündigen. Weil der Vertrag in diesem Zeitraum ruht, steht Betroffenen nur noch eine Notfallversorgung zu. Diese Serviceleistungen schließen Betreuungen von Schwangeren und jungen Müttern sowie Konsultationen bei akuten Schmerzen und Krankheiten ein. 

Nur in Ausnahmefällen dürfen Ärzte eine Behandlung ablehnen 

Bestehen seitens der Versicherungsnehmer keine Aussichten auf eine Verbesserung der Situation, vereinbaren Krankenkassen zumeist eine Ratenzahlung. Schlimmstenfalls erzwingen die Institutionen eine eidesstattliche Versicherung, die über 30 Jahre hinweg vollstreckt werden kann. Ob krankenversichert oder nicht – generell sind Ärzte nur in begründeten Ausnahmefällen berechtigt, die Behandlung an Patienten abzulehnen. Ist die Praxis maßlos überlaufen, dürfen erkrankte Personen im Zweifelsfall zurückgewiesen werden. Bei fehlender Vorlage der Gesundheitskarte innerhalb von zehn Tagen erhalten Patienten die Arztrechnung übersandt. Daraufhin müssen Betroffene die Rechnung selbst bezahlen.

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