Fernweh der Deutschen lässt nach – Städtetrips als beliebte Alternative

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Unter den Deutschen wächst das Interesse an Städtereisen in Europa.

Die Reiselust der Deutschen ist im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2010 gesunken. Während in den vorherigen Jahren ein stetiger Zuwachs von Reisen mit einer Dauer von mindestens 5 Tagen zu verzeichnen war und zuletzt 2014 bei 57 Prozent lag, fällt die Zahl 2015 zurück auf 54 Prozent.

Der Abwärtstrend setzt sich auch in diesem Jahr laut Analysen der Tourismusbranche fort: Bisher haben im Vergleich zum vergangenen Jahr eine Million Menschen weniger einen Sommerurlaub gebucht. Noch wird größtenteils mit der Buchung abgewartet, insbesondere bei Familien mit Kindern. 

Trend hin zur Deutschlandreise und zum Städtetrip 
Doch mehr Deutsche als bisher ziehen für dieses Jahr einen Urlaub innerhalb Deutschlands in Betracht. Während große Fernreisen wie in die USA oder auf die Malediven auf weniger Nachfrage stoßen, planen viele Deutsche, vor allem Familien und Alleinstehende, Ferien im eigenen Land. Der Verzicht auf das Flugzeug ebenso wie die größere Flexibilität spielen hierbei sicherlich eine große Rolle. Der geringere Planungsaufwand wird ebenso geschätzt, da viele Berufstätige oder junge Menschen im Urlaub gerne auf Einfachheit und ein gewisses Maß an Spontaneität setzen. Zudem nehmen Städtereisen eine immer größere Rolle im Vergleich zu Wellnessurlauben ein und verbuchen bereits in diesem Jahr ein Plus von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 38 Prozent der Deutschen planen ihren diesjährigen Urlaub außerdem in Europa, sodass unter den Deutschen allgemein das Bewusstsein der vielfältigen Möglichkeiten für europäische Städtereisen wächst.

Während im vergangenen Jahr rund 32 Prozent der Deutschen ihre Haupturlaubsreise in Deutschland verbrachten, zeigt sich dabei im Verlauf der letzten zehn Jahre ein Trend hin in die östlichen Bundesländer. Die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein zeigen den größten Rückgang, Mecklenburg-Vorpommern hingegen fast doppelt so hohe Zahlen wie noch vor zehn Jahren.

Weniger Interesse an Fernreisen 

In diesem Jahr verzeichnen die bisher größten Einbußen Urlaubsbuchungen für Ziele am östlichen Mittelmeer. Obwohl die Türkei weiterhin eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen ist, büßt es derzeit zusammen mit Ägypten und Tunesien die stärksten Buchungsverluste im Bereich von 40 Prozent ein. Davon profitieren hingegen Länder in der westlichen Mittelmeerregion wie Portugal oder auch die Kanaren, die mehr Urlaubsbuchungen der Deutschen verzeichnen können. Auch die Karibik, insbesondere Kuba und die Dominikanische Republik, sowie die afrikanischen Länder Südafrika und Namibia erfreuen sich wachsenden Interesses unter den Deutschen. Bleibender Favorit ist hingegen das Reiseziel Spanien.

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