Fußballer immer muskulöser

Im Vergleich zu heute haben sich im Fußball die Trainingsmethoden  im letzten Jahrzehnt sehr verändert.

Ronaldo, Lewandowski und Ibrahimovic besitzen einen Oberkörper, auf den viele Fitnessstudio-Mitglieder hinarbeiten. Früher stand Krafttraining im Fußball noch nicht so sehr im Fokus. Heute gehört es zum täglichen Trainingspensum. Doch welchen Nutzen bringt das Krafttraining den Fußballspielern?

Grundlegender Sinneswandel 

Die Trainingsmethoden im Fußball haben sich im letzten Jahrzehnt sehr verändert. Vergleicht man die Körper der Fußballer heutzutage mit denen vor einigen Jahren, stellt man fest, dass die heutigen Spieler viel kräftiger gebaut sind. In der Vergangenheit gingen Fußballer und Trainer davon aus, dass Muskeln langsamer machen. Heute hingegen erscheint ein muskulöser Körper schon fast als Pflicht. Das Krafttraining steht fast auf jedem Profifußballer-Trainingsplan. Der Fitnesstrainer von Bayern München, Andreas Schlumberger, berichtete auf einer Wissenschaftskonferenz des DFB, dass die Krafträume der Bundesligavereine seit 2005 stark ausgebaut wurden. 

Die Vorteile des Muskelaufbaus 

Sportwissenschaftler Michael Keiner führte eine Studie zur Effektivität von Muskeltraining im Fußball durch. Zwei Jahre lang trainierten zwei jugendliche Fußballergruppen nach unterschiedlichen Trainingsplänen. Eine Gruppe absolvierte neben dem regulären Fußballtraining weitere Fußballeinheiten. Die andere Gruppe bekam zusätzlich zum Fußballtraining noch Krafttraining. Das Ergebnis war eindeutig: Die Spieler, die Krafttraining machten, steigerten sich in den Kategorien Sprint, Sprung und Richtungswechsel deutlich mehr als die andere Spielergruppe. Weiterer Vorteil der ausgeprägteren Muskulatur: Die Spieler sind in Zweikämpfen robuster. Generell ist Krafttraining gut für die Gesundheit – es stärkt die Knochen und das Herz-Kreislauf-System, was den Spielern auf dem Platz zusätzlich zugutekommt.

Auswirkungen auf den Fußball 

Heutige Nachwuchsspieler zeigen, dass sie schon in jungen Jahren auf einen kräftigen Körper hinarbeiten. Beispielsweise stehen mit Breel Embolo (19), Renato Sanches (18) und Youri Tielemans (19) gleich drei Spieler mit kräftiger Muskulatur auf den Wunschlisten der europäischen Top-Clubs. Laut Michael Keiner sei es wesentlich besser, die Maximalkraft im Kindes- und Jugendalter aufzubauen, da es dann einfacher werde, als Profi dieses Kraftniveau zu halten. Mannschaften, die sich aus potenziellen Wrestling-Stars wie Tim Wiese zusammensetzen, werden uns dennoch nicht erwarten. Vielmehr werden die Spieler ihre Körpermuskulatur der Spielposition anpassen. So benötigen etwa Abwehrspieler einen robust-muskulösen Körper, um sich im Zweikampf stabilisieren und durchsetzen zu können. Stürmer brauchen Muskeln für die Beschleunigung bei Sprints, sollten jedoch auf eine massiv-ausgeprägte Muskulatur verzichten, da diese die Wendigkeit beeinträchtigt. 

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