Geldanlage: Sparverhalten bleibt trotz niedriger Zinsen unverändert

Was ärgert private Sparer mehr als niedrige Zinsen? Seit die EZB den Leitzins auf 0 Prozent gesenkt hat, ist Sparen für viele nicht gerade ein leichtes Unterfangen.

Man könnte meinen, dass gerade jetzt die Suche nach attraktiven Geldanlagen hohe Priorität für alle Anlagewilligen haben müsste. Doch Fehlanzeige – die Deutschen halten lieber an ihrem konventionellen Sparverhalten fest, wie eine Umfrage jetzt abermals zeigte. 

Wer gewinnbringend Geld anlegen will, ist in Anbetracht der aktuell niedrigen Zinsen mit Aktien, Exchange Traded Funds oder Anleihen relativ gut beraten. Doch davon will die Mehrheit der Bundesbürger offenbar nichts wissen. Laut einer repräsentativen Umfrage (hier als PDF zu finden), welche die Stuttgarter Börse bei TNS Infratest in Auftrag gegebenen hat, ist gerade einmal ein Drittel der Befragten der Meinung, dass Aktien und Wertpapiere jetzt lohnenswerter sind als noch zu Zeiten, in denen man mit herkömmlichen Anlageprodukten wie dem Sparbuch eine gute Rendite erwirtschaften konnte. 

Für 65 Prozent kommt eine Investition in Wertpapiere und Co. derzeit gar nicht erst infrage. Die Niedrigzinsphase hat das Anlageverhalten der Deutschen also kaum verändert. Dabei gibt es auch in Zeiten von niedrigen Zinsen durchaus Geldanlagen, die kaum Risikobereitschaft voraussetzen und eine vergleichsweise hohe Rendite garantieren – so zum Beispiel ein Tages- oder Festgeldkonto im europäischen Ausland. Eine gute Hilfe bei der Suche nach den europaweit besten Zinsen geben Onlineplattformen wie weltsparen.de. Hier sind noch Zinsen von bis zu 2 Prozent – beispielsweise bei einer Laufzeit von drei Jahren – möglich. Solch ein vergleichsweise attraktives Angebot sucht man in Deutschland derzeit in aller Regel vergebens. 

Offenbar legt aber auch ein Großteil der Bundesbürger kaum Wert auf solche lukrativeren Alternativen. Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V., Dr. Michael Völter, vermutet hinter diesem Phänomen ein insgesamt recht geringes Gesamtinteresse der deutschen Anleger an den eigenen Finanzen, wie er in einem Interview bei Börse Stuttgart TV ausführt. Obiger Umfrage nach setzt sich rund die Hälfte der privaten Sparer entweder halbjährlich oder gar noch seltener bis überhaupt nicht mit dem Thema "persönliche Geldanlage" auseinander. So bleibt vielen privaten Sparern verborgen, welche Auswirkungen das Niedrigzinsumfeld auf ihr Erspartes tatsächlich hat. Für Überraschung sorgen dagegen die jüngeren Sparer zwischen 16 und 39 Jahren. Laut Umfrage kümmern sich nämlich rund 32 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe mindestens alle zwei Wochen um ihre Geldanlage.

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