Kauf auf Rechnung immer noch beliebtesten Zahlungsmittel in Deutschland

© Egor Kosello

Deutsche kaufen auf Rechnung: Im E-Commerce bleibt der Rechnungskauf das beliebteste Zahlungsmittel, gefolgt von den Varianten Kreditkarte und PayPal. Das geht aus einer EHI-Studie zum E-Commerce-Markt in Deutschland hervor, bei der tausend der umsatzstärksten Shops befragt wurden. Demnach machen Rechnungskäufe 25,8 % aller Umsätze aus, Kreditkarten legten auf 20,5 % (gegenüber 16,9 % im Vorjahr), für PayPal entscheiden sich 16,1 % aller Kunden.

Bestellen auf Rechnung: Wo liegen die Vorteile?

Es gibt bei verschiedenen Bezahlsystemen Rabatte wie kleine Preisnachlässe oder die kostenlose Lieferung. Besonders gern bieten das Händler bei Zahlmethoden wie PayPal oder der Vorkasse an, jedoch verschmähen die Kunden oft den Rabatt: Sie bestellen auf Rechnung. Selbst wenn Händler sehr deutlich ihre Rabatte kommunizieren - ein Drittel der Händler macht das - oder gar Preisaufschläge beim für sie ungünstigeren Rechnungskauf verlangen (42 % aller Händler), bleiben viele Kunden dabei: Sie kaufen auf Rechnung mehr erfahren, weil das aus ihrer Sicht der ungefährlichste Weg beim Online-Shopping ist. Zwei Motive spielen nach Befragungen aus der oben genannten EHI-Studie dabei die Hauptrolle:

Es mehren sich Angriffe auf die Server auch großer, renommierter Internetanbieter. Inzwischen tauchen im Wochentakt Warnungen vor gestohlenen Passwörtern auf, das nervt die Kunden zusehends. Sie möchten einfach keine Bankdaten mehr durchs Netz schicken.

Etwas auf Rechnung zu bestellen bringt den Vorteil eines Käuferschutzes mit sich, falls die Ware nicht gefällt: Der Kunde kann sie kostenlos zurückschicken.

Unterschiedliche Wünsche von Händlern und Kunden

Das ECC Köln hat gemeinsam mit der Hochschule Aschaffenburg Anfang 2014 eine Studie zum Online-Payment im deutschsprachigen Internet vorgelegt. Die Konsumforscher stellten eine klaffende Lücke zwischen den Wünschen von Händlern und Kunden fest: Letztere bestellen auf Rechnung, weil sie das oft als den "einzigen sicheren Weg" beim Einkauf im Internet betrachten, so die Studie. Dabei nimmt die Tendenz zum Rechnungskauf deutlich zu. Den Händlern wäre genau der umgekehrte Vorgang am liebsten, nämlich die Vorkasse vonseiten der Kunden - das ist für den Händler der sicherste Weg. Dennoch können sich die Händler den Kundenwünschen nicht verweigern, wenn sie im harten Wettbewerb des Online-Shoppings bestehen wollen. Sie müssen unterschiedliche Zahlmethoden anbieten, die sich pro Online-Shop aktuell auf durchschnittlich 5,5 Verfahren belaufen. Kunden würden sonst beim Bestellprozess den Shop verlassen, so der einhellige Tenor der Händler. Das lässt sich mit modernen Online-Tools sehr gut überprüfen. Nach Untersuchungen des deutschen eCommerce-Verbandes BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft) aus Ende 2013 erfolgen über 70 Prozent aller Kaufabbrüche bei der Entscheidung über das Zahlverfahren. Viele Kunden kaufen grundsätzlich auf Rechnung: Finden sie dieses Verfahren nicht vor, brechen sie ab.

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