Oldtimer sind der Rolls Royce unter den Geldanlagen

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Oldtimerkäufer achten besonders auf einen gut erhaltenen Zustand und Pflege der Inneneinrichtung.

Der Dauerhänger im Leitzins bedeutet ein Hoch für die Oldtimerhändler. Warum? Wer seinen – zugegeben, etwas üppigeren – Notgroschen auf der Bank so schlecht wie im Moment verzinst bekommt, sieht sich natürlich nach anderen Investitionsmöglichkeiten um.

Immobilien und Aktien sind vielen zu risikoreich, daher boomt das Geschäft mit den Oldtimern, das bei langfristig nachgefragten Modellen durchschnittlich 7,5 % Rendite pro Jahr abwirft. Den Unterschied zu anderen Geldanlagen sieht Jochen Strauch von der Bewertungsplattform Classic Data in den Emotionen, die ein Oldtimer bei ihrem Besitzer auslöse. „Durch Pflege und kleinere Reparaturen habe man mit einem Oldtimer eine Aufgabe.“

Ohne Vavavoom kein Moos

Der Begriff „Oldtimer“ beschreibt ältere Fahrzeugmodelle zusammengefasst. In Fachkreisen wird sogar noch weiter unterschieden. Echte Oldtimer sind mindestens 30 Jahre alt, alles unter der 30er Marke heißt Youngtimer. Bestimmte Marken wie Bentley, Porsche, Masserati, Alfa Romeo oder Ferrari werden als Rennwagen klassifiziert, die besonders gefragt sind. Die perfekte Mischung aus Zustand und Glamour und Fahrzeugtyp macht letztendlich den Wert eines Fahrzeuges aus, auf den Investoren schauen. Besonders in den höheren Preisklassen lohnt sich die Wertanlage finanziell. Die Investition allein garantiert jedoch noch keinen Gewinn, denn nicht jeder Oldie wird zum Goldesel. Deshalb sollten Sie genau wissen, was Sie tun. Wissen Sie das nicht, ist Expertenrat nötig. Zum Beispiel hat das Portal Classic Data den Wert von Oldtimern nach Fahrzeugtypen, Baureihe und Erhaltungsgrad geschätzt und Schulnoten von 1 („makellos“) bis 5 („restaurationsbedürftig“) verteilt. Während Sie beim Kauf eines „normalen“ Gebrauchtwagens wahrscheinlich auf gefahrene Kilometer und Reifenprofil schauen würden, achten Oldtimerkäufer besonders auf einen gut erhaltenen Zustand und Pflege der Inneneinrichtung. Wie viele Kilometer der Oldie dann schon auf dem Buckel hat, ist oft weniger wichtig. Liebhaber mögen es sicher, noch etwas an ihrem Traumwagen herumzuschrauben, wer den Oldtimer als Geldanlage erwirbt, sollte sich besser auf die Zustandsklassen 1 oder 2 beschränken. Grundsätzlich gilt: je besser der Zustand des Wagens, umso mehr ist er wert.

Oldtimer nichts für Impulskäufer

Als Neuling auf dem Oldie-Markt sollten Sie lange und in viele Richtungen recherchieren. Auf Oldtimertreffen und Rallyes wie der Sauerland Klassik, Messen und in Autoclubs erhält man Rat und kann sich mit Experten austauschen. Expertenmagazine und Plattformen wie Classic Trader sind Pflichtlektüre, wenn Sie sich über die Entwicklung am Markt auf dem Laufenden halten wollen. Der Kauf vom Händler kommt – im Gegensatz zum Privatkauf – mit einer Händlergarantie, die nicht zu unterschätzen ist. Einige Grundregeln sollten Sie persönlich auch beherzigen:

  • Finger weg von ungewöhnlichen Farben! Ein Ferrari, der nicht rot ist, lässt sich schlecht wieder verkaufen, und ist als Investition ungeeignet.
  • Rarität heißt nicht gleich Wertsteigerung! Manche Modelle sind nicht wegen ihrer Beliebtheit vergriffen, sondern wurden aus mangelnder Nachfrage nicht sehr lange produziert. Mögliche Gründe sind schlechtes Design oder technische Mängel. 
  • Es gibt keine Oldtimer-Underdogs! Glamour hat man - oder eben nicht. Wenn der Wagen bisher nicht populär war, ändert sich das nicht von heute auf morgen. Sie haben es einfach nur mit einem alten Auto zu tun.

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