Private Altersvorsorge – Möglichkeiten und Zukunftsaussichten

Die Rentenfrage entwickelt sich zu einem politischen Dauerthema. Egal, ob Rentenzuschuss für Geringverdiener, die Erhöhung des Eintrittsalters oder Steuerpflicht für Rentner

Regierung und Opposition diskutieren zunehmend über die Zukunft des Rentensystems – auch mit Blick auf die kommende Bundestagswahl 2017. Im Laufe der Jahre wurden bereits verschiedenste Systeme entwickelt und auf den Markt gebracht, die das Rentenproblem über eine private Vorsorge lösen sollten. Leider konnte sich keines dieser Vorsorgeprogramme durchsetzen, und so sucht die Politik weiterhin händeringend nach einer Alternative. Die bekanntesten Beispiele privater Vorsorge sind die Riester- und Rürup-Rente, die vor allem mit staatlichen Zuschüssen punkten. Dem gegenüber steht ein neues Konzept namens Deutschland-Rente, das sich bisher allerdings noch in der Planungsphase befindet. 

Riester und Rürup 

Prominentes Beispiel der privaten Vorsorge ist die Riester-Rente – sie war und ist hauptsächlich für Arbeitnehmer gedacht. In Kritik geriet die Riester-Rente unter anderem dadurch, dass sie Menschen mit niedrigen Einkommen nicht effektiv vor der Altersarmut bewahren kann. Dabei wurde sie genau zu diesem Zweck entwickelt und eingeführt. Trotzdem gibt es viele Menschen die von diesem System profitieren können. Dazu zählen vor allem Familien, da der Staat jedes Kind mit 300 Euro fördert. Zusätzlich lassen sich jedes Jahr bis zu 2.100 Euro von der Steuer absetzen. Dadurch profitieren Menschen mit Kindern meist von den Zulagen, während Alleinstehende eher etwas durch die Absetzung der Einzahlungen herausschlagen können. Die Rürup-Rente richtet sich dagegen an Selbstständige oder Freiberufler, für die es sonst keine andere Möglichkeit der Altersvorsorge mit staatlicher Förderung gibt. Abschließen lassen sich solche Rentenverträge zum Beispiel bei speziellen Anbietern im Netz oder vor Ort. Dabei profitieren die Rürup-Rentner vor allem von steuerlichen Vorteilen und können beispielsweise von den in 2016 geleisteten Beiträgen knapp 82 Prozent als Sonderzahlungen von der Steuer absetzen. 

Deutschland-Rente? 

Da sich große Teile der Bevölkerung gegen eine eigene private Vorsorge entschieden haben, soll nach Plänen einiger Regierungspolitiker ein neues System mit "sanften Zwang" eingeführt werden. Jeder Arbeitnehmer soll dabei in die Deutschland-Rente einzahlen, sofern er nicht explizit dagegen Einspruch erhebt. Dieses System folgt einem Schwedischen Vorbild, das seit einigen Jahren in dem skandinavischen Staat praktiziert wird. Dabei sollen Arbeitnehmern vor allem die Hürden genommen werden, die das jetzige System bietet. Ob und wann die Deutschland-Rente eingeführt wird, dürfte sich jedoch frühestens nach der Bundestagswahl 2017 zeigen. 

Bildrechte: Flickr Die Geladenen Seniorinnen und Senioren tauschen sich aus. wissenschaftsjahr CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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