Professionelle Übersetzung von Bewerbungsunterlagen

Worauf muss man achten, wenn man sich im Ausland um einen Job bewerben möchte?

Ein Job im Ausland kann vieles sein - eine neue Herausforderung, eine Chance, ein Abenteurer. Wer hat nicht schon einmal von der Karriere im Ausland geträumt? Laut einer Studie des Allensbacher Instituts für Demoskopie hat bereits jeder fünfte Deutsche ernsthaft in Erwägung gezogen, auszuwandern und im Ausland zu arbeiten. Vor dem Traumjob steht aber die oft schwierige Bewerbungsphase, die erfolgreich gemeistert werden muss.

Die schriftliche Bewerbung kann eine große Hürde sein, denn es reicht nicht aus, Lebenslauf und Anschreiben mit dem Wörterbuch oder kostenlosen Online-Übersetzer wie dem Google Übersetzer oder Bing Translator einfach in die Sprache des Ziellandes zu übersetzen. Welche Stolpersteine gibt es und wie sollten die perfekten Bewerbungsunterlagen für den Job in einem anderen Land aussehen? 

Die richtigen Formulierungen für das Anschreiben finden

Ein Anschreiben beginnt meist mit Sätzen wie "Sehr geehrte Frau Schmidt". Im Deutschen ist dies ganz einfach. Bewerbungen von ausländischen Kandidaten werden aber meist auf Englisch verlangt. Welche Anrede sollte verwendet werden? Dear Woman, Miss oder Ms? Personaler haben schon die merkwürdigsten Anredeformen gesehen. Heute wird meist Ms (für Herren Mr) verwendet, wobei in den USA noch ein Punkt hinter das Kürzel gesetzt wird. Diese Variante unterscheidet nicht nach dem Familienstand der angesprochenen Person und ist immer passend. 

Das Datum kann ebenfalls zum Formfehler werden. In Großbritannien wird es - wie gewohnt - Tag, Monat, Jahr geschrieben, in den USA anders herum (Monat, Tag, Jahr). Ebenso werden Handynummern oft falsch angegeben. Wenn der ersehnte Anruf vom potentiellen neuen Arbeitgeber ausbleibt, kann dies daran liegen, dass dieser mit dem Begriff "Handy" nichts anzufangen weiß, denn das Wort bedeutet im Englischen "nützlich". Stattdessen sollte der Begriff "mobile phone" verwendet werden. Da ausländische Tastaturen in der Regel keine Umlaute oder kein ß enthalten, sollten Namen, Adressen und andere persönliche Daten zudem immer universell angepasst werden (in ae, oe, ue und ss), damit eine professionelle Korrespondenz möglich ist.

Fehler im Lebenslauf vermeiden

Übersetzungsfehler im Lebenslauf sorgen bestenfalls für ein Schmunzeln, schlimmstenfalls sind sie das Aus für den Bewerber. Wer eine Führungsposition in der Wirtschaft inne hatte, war beispielsweise in Deutschland "Chef", sollte sich aber nicht als "chef" bezeichnen, denn damit ist im Englischen ein Koch gemeint. Richtig wäre hier "boss". Prokuristen sind keine "procurer", sondern "attorney", denn erstere Bezeichnung bedeutet übersetzt "Zuhälter". Wer ein Gymnasium besucht hat, hat in Deutschland das Abitur abgelegt. Wer hier vom "gym" spricht, erntet verwunderte Blicke, denn dies steht für eine Turnhalle. Der vergleichbare Schulabschluss wird im Ausland als "high school" bezeichnet. Ein "college" ist nicht der Kollege, sondern die Hochschule und wer ein Diplom erhalten hat, sollte nicht von "become" (wie "bekommen") schreiben, sondern von "get".

Zeugnisse professionell übersetzen und beglaubigen lassen

Die Noten der deutschen Zeugnisse müssen meist auf das amerikanische oder britische System übertragen werden. Ein "A" steht hier für eine Eins, die jedoch keine "note" ist (und damit eine Notiz) sondern eine "mark". Übersetzungen von Zeugnissen sollten immer beglaubigt werden, um die Richtigkeit der Übersetzung zu gewährleisten. Dies übernehmen vereidigte Übersetzer. Bei beglaubigten Übersetzungen dürfen Übersetzer aber in der Regel nicht einfach die deutschen Noten durch z. B. amerikanische Entsprechungen ersetzen. Eine deutsche „1“ im Zeugnis muss demnach auch in der Übersetzung mit dem numerischen Zeichen „1“ dargestellt werden, obwohl ein „A“ in Amerika passender wäre. Üblicherweise wird jedoch in der Legende ein Hinweis eingefügt, in dem dann beschrieben wird, dass die deutsche 1 einem A entspricht. 

Fehlerfreie Unterlagen lassen die Chancen auf den Traumjob steigen

Wesentlich beim Übersetzen von Bewerbungsunterlagen ist es somit, sogenannte "false freinds" zu vermeiden. Dies sind Begriffe, die ähnlich klingen und in beiden Sprachen scheinbar das Gleiche meinen, aber vollkommen verschiedene Bedeutung haben. Idealerweise sollten Bewerber einen Muttersprachler um Hilfe bitten, der das Geschriebene nochmals liest und auf Fehler aufmerksam machen kann. Zeugnisse sollten beglaubigt werden, wozu ein vereidigter Fachübersetzer herangezogen wird. Beglaubigte Übersetzungen werden beispielsweise von der Übersetzungsagentur TypeTime aus Hamburg in mehr als 40 Sprachen angeboten. Folgt das erhoffte Vorstellungsgespräch, gilt es dann, die eigenen Fremdsprachenkenntnisse in der Praxis zu beweisen. Wer im Lebenslauf mit verhandlungssicherem Englisch angegeben hat, im Gespräch aber ins Stottern gerät, fällt unangenehm auf. Bei den Bewerbungsunterlagen gilt im Inland wie im Ausland - etwas Übertreiben erlaubt, lügen sollte man aber nicht. In diesem Sinne… Viel Erfolg!

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