Richtig versichert: Vom Sinn und Unsinn verschiedener Versicherungen

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Das Geschäft mit der persönlichen Absicherung boomt. Einer aktuellen Studie zufolge investieren Deutsche alljährlich 2.133 Euro pro Person in unterschiedliche Policen.

Auf jeden Einwohner kommen durchschnittlich sechs Versicherungsverträge, von denen ein Großteil Lebens- sowie Schadens- und Unfallversicherungen ausmacht. Von diesen Versicherungen sind jedoch bei Weitem nicht alle sinnvoll.

Eventuell auftretende Risiken objektiv bewerten

Problematisch ist, dass etwaig auftretende Risiken von potentiellen Versicherungsnehmern einfach falsch eingeschätzt werden, was auch unter stern.de nachzulesen ist.. Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Police unsinnig ist. Zukünftige Versicherungsnehmer sollten sich die Frage stellen, welche Aspekte besonders wichtig sind. Versicherungsexperten bestätigen, dass extrem häufig Risiken mit geringer Schadenssumme sowie hoher Eintrittswahrscheinlichkeit versichert werden – als Beispiel sei die Glasbruchversicherung aufgeführt. Wesentlich wichtiger ist die Haftpflichtversicherung, die Versicherungsexperten dringend empfehlen. Diese Police entschädigt den finanziellen Aufwand, der mit Personenschäden verbunden ist. Schäden von Unfällen mit Personen belaufen sich schnell auf den sechs- bis siebenstelligen Bereich. Ist keine Versicherung vorhanden, ist der finanzielle Ruin am Unfall Beteiligter häufig eine unangenehme Folge. Darüber hinaus gelten gesetzliche oder private Krankenversicherungen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Rentenversicherung oder andere Form der Altersvorsorge als unabdingbar. Wer Kinder hat, sollte seine Familie mit einer Risiko-Lebensversicherung absichern.

Unnötige Versicherung

Im Gegensatz zu diesen Policen gelten Versicherungen wie eine Handy- oder Reisegepäckversicherung als weitestgehend unnötig. De facto werden derartige Schadensfälle zumeist durch andere Policen abgedeckt. Haben Reisende beispielsweise eine Hausratversicherung abgeschlossen, ist der Hausrat automatisch auch im Urlaub versichert. Auch der Abschluss einer Insassenunfallversicherung ist unnötig, weil dieses Risiko durch die Kfz-Versicherung mit abgedeckt wird. Zudem lässt sich über den Sinn einer Krankenhaustagegeldversicherung oder Sterbegeldversicherung streiten.

Wie hoch ist der etwaig auftretende Schaden?

Grundsätzlich gilt, dass eine Versicherung nur dann als sinnvoll erscheint, wenn ein eventuell auftretender Schaden nicht aus der Portokasse ersetzt werden kann. Bewegen sich die Risiken, dass ein etwaiger Schaden auftreten kann, gegen Null, ist ebenfalls von einem Vertragsabschluss abzusehen. Ein gutes Beispiel für die Strittigkeit von Versicherung ist die Unfallversicherung. Nur zwei Prozent aller Beteiligten gehen aus einem Unfall als Vollinvalide hervor. Hauptursachen für eine 100%ige Invalidität seien Erkrankungen wie Schlaganfälle, die allerdings von einer Kostenerstattung der Unfallpolice ausgeschlossen sind. Ein Exempel wie dieses beweist, dass der Abschluss jeder Versicherung sehr gut durchdacht sein muss.

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